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Lebensstil, Politik, Revolution

Echte Demokratie – Jetzt: Proteste in Frankreich und Spanien Die Jugend stürmt die Bastille


Leute aufgepasst, wie wir zu Beginn des Jahres gesagt haben, eine Ära für Frieden, Freiheit und ein neues Lebensgefühl wird dieses Jahr seinen Lauf nehmen. Wir ertragen es nicht mehr von den Reichen und Machthungrigen schikaniert und ausgebeutet zu werden. Die ideale Form einer Demokratie wird es nie geben, aber wir können daran arbeiten das die Rolle des Lebens ins Mittelpunkt rückt. Auch wenn die Bilderberger, Illuminaten und die 10 ältesten die sich im Hintergrund aufhalten und die Weltherrschaft versuchen zu steuern, haben sich diesen Aufstand nicht vorgestellt. Der Stein ist jetzt ins Rollen gekommen, wir dürfen nicht zulassen das es zum Stillstand kommt. Egal wie sehr ich mich dafür prügeln lasse, die Wunden werden heilen – solange die Hoffnung und der Glaube an einer besseren Welt vorhanden sind, werde ich von meinen Standpunkt nicht abrücken.-sem

Kommt nach dem arabischen Frühling der europäische Sommer? Von Nordafrika kommend hat der Protest der Unzufriedenen erst Spanien erfasst und ist nun auf dem Protestplatz schlechthin angekommen: dem Place de la Bastille. 222 Jahre nach der französischen Revolution fordern die Jugendlichen nun nichts Geringeres als die Weltrevolution.

“Paris, wach auf!” – Die Pariser Jugend demonstriert am Place de la Bastille. Sie wollen nicht das politische System umstürzen wie ihre Vorgänger in Nordafrika, sie wollen nur mit ihren Sorgen ernst genommen werden. (© AFP)
 

Erst kamen ein paar Dutzend “Indignés”, “Empörte”, an die Bastille; dann Hunderte; am Sonntag bereits tausend. Jetzt wollen sie eine Massenbewegung auslösen. “Was wir anstreben, ist eine Weltrevolution”, sagt einer der jungen Leute an dem Ort, an dem 1789 die Revolutionäre die Gefängnisburg des Königs stürmten.

Zur Revolution will es die Polizei diesmal nicht kommen lassen, und auch nicht zu einer dauerhaften Platzbesetzung mit Zelten wie in Madrid. Daher räumte sie am späten Sonntagabend den Bastille-Platz. Doch die Demonstranten werden wiederkommen, womöglich in größerer Zahl. Sie werden erneut ihre Transparente enthüllen, mit Parolen wie: “Paris, wach auf!” Und sie werden wieder in die Megaphone rufen, dass sich die Regierungen zu Vollstreckern des Finanzkapitals machen ließen und den Sozialstaat zerstörten.

Auch in Städten wie Lyon oder Toulouse laufen bereits ähnliche Proteste, genauso wie in ganz Europa. Ob in Lissabon, Athen, Budapest, Wien oder Berlin, überall verabreden sich “Empörte” über das Internet und das soziale Netzwerk Facebook, um gegen Sparhaushalte, Sozialabbau, Korruption, eine ungerechte Verteilung des Reichtums und die politischen Eliten zu protestieren.

Oft funktioniert der Protest ohne Beteiligung von Parteien und Gewerkschaften; und in der Regel geht es, anders als im Mai 1968, nicht darum, das politische System umzustürzen und selbst an die Macht zu kommen. Die “Empörten” wollen, manchem Revolutionsgerede zum Trotz, meist nur mit ihren Sorgen ernst genommen werden. Als “Bibel” dient den Protestierern das Buch “Empört euch!” des 93-jährigen Stéphane Hessel, das in Frankreich ein sensationeller Erfolg ist.

Das Land der Großen Revolution diskutiert nun, ob auf den arabischen Frühling ein europäischer Protest-Sommer und ein globaler heißer Herbst folgen. Dafür könnte sprechen, dass Jugendliche in vielen Staaten pessimistisch in die Zukunft blicken. Hohe Jugendarbeitslosigkeit und miserabel bezahlte Praktikumsjobs plagen Spanier, Italiener und Franzosen, von Griechen oder Portugiesen ganz zu schweigen. In all diesen Ländern ist das Vertrauen in Parteien und Regierungen gering. Und überall organisiert sich die Jugend via Internet.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé glaubt dennoch nicht, dass es zu einem großen Protest-Sommer kommt. Im Unterschied zu den Nordafrikanern lebten die Europäer bereits in Demokratien. Sie müssten nicht mehr darum kämpfen. Allerdings fordert er, Lehren aus den Protesten zu ziehen.

Angesichts der “grenzenlosen Geldgier der Reichsten” und der wachsenden Not der Ärmsten gebe es ein verbreitetes Gefühl der Ungerechtigkeit, sagte Juppé. Zudem sei fraglich, ob die repräsentative Demokratie funktioniere. Nötig sei eine “permanente Demokratie”, in der die Menschen ständig an Entscheidungen beteiligt werden.

Die Initiatoren der spanischen Proteste debattieren derweil, wie es weitergehen soll. Sie halten seit zwei Wochen den Platz an der Puerta del Sol besetzt. In der Nacht auf Montag entschied ihr oberstes, basisdemokratisches Entscheidungsorgan, die “Vollversammlung”, die Besetzung vorerst aufrechtzuerhalten.

Am Wochenende hatte die Bewegung 15.Mai einen beachtlichen Erfolg verbucht, als sie ihre Initiative in die Stadtteile trug. An den Stadtteilversammlungen nahmen Abertausende Menschen teil und diskutierten unter anderem über die Frage, ob die Gefahr größer ist, den Elan vom “15. Mai” durch die Fortführung der Besetzung oder aber durch ihr Ende aufs Spiel zu setzen.

Die Sicherheitsbehörden in Madrid harren der Dinge, auch im Wissen darum, dass das harte Eingreifen in Barcelona den Protestlern Zulauf bescherte. Aus dem Besetzerlager wird andererseits auf Probleme beim täglichen Zusammenleben, Kleinkriminalität und Sicherheitsbedenken hingewiesen.

An der Puerta del Sol ist inzwischen eine regelrechte Hippie-Kleinstadt aus Sperrmüll und Trekking-Zelten entstanden. Unter blauen Planen findet man Reiki-Kurse, Saharaui-Zelte, Bastelstuben, Rechtsberatung und Lese-Ecken, in denen Buchspenden säuberlich archiviert werden.

Von den Anrainern ist ein unterschiedliches Echo zu vernehmen. Einzelhandelsverbandssprecher, die der konservativen Regionalregierung nahestehen, klagen über schwere Umsatzeinbußen. Aus einigen Geschäften aber ist zu hören, die Lage sei längst nicht so schlimm wie zu Zeiten der gerade erst überwundenen Bauwut der örtlichen Behörden.

sueddeutsche

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Echte Demokratie – Jetzt: Proteste in Frankreich und Spanien Die Jugend stürmt die Bastille

  1. “Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist.”

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Wer in Kategorien von “gut” und “böse” denkt, bzw. darum noch gar nicht mit dem Denken angefangen hat, aber von sich glaubt, er wüsste schon was, mag die Tatsache, dass der seltene Reichtum in “dieser Welt” auf Kosten der Mehrarbeit anderer und nicht auf Apfelbäumchen wächst, als “unmoralisch” empfinden. Wer sich dagegen auf die Suche nach Wissen begibt und bereits eingesehen hat, dass die sinnvollste Verwendung von Gold die Vergoldung elektrischer Steckkontakte ist, stößt am Ende auf die Alles entscheidende Frage:

    Warum hat eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden?

    Die Ursache ist eine veraltete Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, gar nicht erst entstehen können! Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte, und die uns – unabhängig vom so genannten Glauben – alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen.

    Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich “Auferstehung”:

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

    Verfasst von Stefan Wehmeier | Juni 3, 2011, 11:52 vormittags

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