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Politik, Wirtschaft

Assange, die Anwälte, Puppenspieler und der große Unbekannte


Die Bühne ist dekoriert, die Spieler sind vorbereitet nun kommt es zum großen Showdown zwischen Politik, Aktivisten und all denjenigen die mit einer Nebenrolle nicht einverstanden sind.Copyright by Julian Assange

Es ist ein Klassentreffen besonderer Art. Neid, Hass und Eifersucht spielen dabei die Hauptrolle, in einem Film der gar keiner werden sollte. Der Hauptdarsteller allerdings ist in seinem eigenen Film gefangen, denn er – Julian Assange – darf weder eine der Hauptrollen noch eine Nebenrolle spielen. Er ist jedoch das Salz in der Suppe der den Puppenspielern den nötigen Auftrieb gab.

Begonnen hat das ganze Theater schon bevor dieses Stück geschrieben wurde. Dabei spielten die Puppenspieler in einem anderen Kontinent eine entscheidende Rolle. Sie waren es die Julian Assange und sein Wikileaks-Projekt regelrecht bei jeder Gelegenheit beschossen, denunziert und verfolgt hatten, bis sich die oben genannten Hauptdarsteller auf der Bühne begaben.

Die Puppenspieler gaben sich so schöne Namen wie USA, Anna Ardin, Marianne Ny die die Hauptrollen übernahmen während die anderen sich im Hintergrund aufhielten, und die Spur der Hauptdarsteller verfolgen durften. Die Nebendarsteller waren unter anderem die CIA später auch das BND, Hillary Clinton und so einige weniger bedeutende die gehört werden wollten.

Sie alle verfolgten ein gemeinsames Ziel: die Zerschlagung eines unbeliebten Projekts und die Zerstörung eines Individuums der er sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Tuscheleien, Absprachen und Geheimnisse die das Volk nie erfahren sollte, aufzudecken.

 

Erster Akt: Schauplatz Schweden

Julian Assange besuchte diesen Schauplatz schon öfters um Treffen mit anderen zu veranstalten, über neue Projekte zu Reden oder einfach nur zu Entspannen. Das letztere allerdings sollte in diesem Jahr zu seinem Verhängnis werden.

Schweden, ein Land das für die Informationsfreiheit und für echt tolle Frauen steht, hat beides auf einen Schlag verloren. Viele wissen gar nicht, dass in Schweden schon ein leichtes hüstelchen einer Frau einen Mann unter Verdacht einer Vergewaltigung bringen kann. Was haben sich eigentlich die Justiziare dabei gedacht als sie dieses Gesetz der Öffentlichkeit präsentierten?

Auch das Projekt „Informationsfreiheit“ ist mit der Verfolgung, Beschneidung und Denunzierung persönlicher Rechte und zu guter Letzt das Sperren der Konten von Julian Assange, ad absurdum geführt worden. Nach den jüngsten Vorfällen wird der Begriff Informationsfreiheit und Schweden, unter Zensur zu finden sein.

 

Zweiter Akt: Die Hauptdarsteller

Einer der wichtigsten Hauptdarsteller in diesem Theater ist die USA. Sie war es vor allem, die wesentliche Steine in Rollen gebracht hatten um gegen Wikileaks vorzugehen. Verleumdung, Falschinformationen und blanker Hass vor allem aus der politischen Bühne führten dazu, dass auch andere Staaten sich in die Pflicht nahmen dagegen vorzugehen. Gab es dafür einen Grund? Oder machten die anderen nur mit, weil die USA darum gebeten hatte? Ist man also von den USA so abhängig geworden, dass man seinen eigenen Gesetzen misstraut?

Wie kommt es dann, dass eine H. Clinton als europäischer Sprecher in Erscheinung tritt und Forderungen stellt. Sind wir schon so weit, dass wir auf eine H. Clinton hören müssen und gar dessen – gemessen an uns Europäer – unbedeutenden Aussagen beugen müssen?

Aber man kennt das ja aus den USA, der Cowboy ist immer noch vorhanden und tritt gelegentlich in Erscheinung. Diesmal in Form eines amerikanischen Politikers der den Tod von Julian Assange forderte.

Und da waren noch die Kuschelein mit den beiden Frauen. Welch Mann würde so schönen Frauen den Laufpass geben? Aber leider wissen wir (noch) nicht was alles an Vorbereitungen hinter der Bühne geschehen ist. Etwas wissen wir aber jetzt genau: Die Hauptdarstellerin Anna Ardin ehem. Mitarbeiterin des CIA und gehörte zum Projekt der Anti-Castro Group. Sie war in letzter Zeit ständige Begleiterin von Julian Assange, organisierte Treffen und Veranstaltungen. Wie heißt es so schön: Die Schönheit einer Frau kann manchmal Blind machen, in diesem Fall war Anna Ardin, Julian’s Schicksal.

Doch jetzt kommt eine Hauptdarstellerin zu Vorschein, die man als „Frischling“ bezeichnen kann. Sie übernahm die Hauptrolle erst vor kurzem. Sie ist allerdings diejenige, die die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange wieder aufgenommen hatte. Ich spreche hier von der Hauptdarstellerin in Form der schwedischen Staatsanwältin Marianne Ny.

Marianne Ny gilt darüber hinaus als besonders weitgehende Staatsanwältin. So hatte sie sich einst in einem Fall von Frauenmisshandlung dafür ausgesprochen, dass Männer, die von Frauen beschuldigt werden, aber nicht verurteilt sind, in jedem Fall vorsorglich eingesperrt werden müssten – um der Frau „Raum zum Nachdenken“ zu verschaffen. „Erst wenn der Mann gefangen genommen ist und die Frau in aller Ruhe Zeit bekommt, mit etwas Abstand auf ihr Dasein zu blicken, bekommt sie die Chance zu entdecken, wie sie behandelt wurde“, sagte sie damals.

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In Stockholm sind die meisten Beobachter überzeugt, dass Oberstaatsanwältin Marianne Ny mit ihrem Bestehen auf die Assange-Festnahme in London eher an möglichen Ärger mit Claes Borgström als an den Druck aus Washington dachte. Wenngleich der immer härtere Kampf um die Wikileaks-Enthüllungen nach Überzeugung von «Dagens Nyheter» irgendwann wohl doch den Gang des Stockholmer Verfahrens beeinflussen könnte: «Es gibt schon das Risiko, dass die Festnahme von Julian Assange zu einem großen politischen Problem wird.»

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Dritter Akt: Der Sturm

Ein Leitsatz bei allen Verhandlungen oder Aktivitäten ist es, immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch hier haben sich einige Nebendarsteller damit schwer getan. Paypal, Mastercard und Amazon um einige zu nennen gerieten in Panik, als die USA Wikileaks für „Illegal“ erklärt hatte. Soviel also zur Demokratie und freier Meinungsäußerung. Sie sperrten kurzerhand die Konten der beteiligten. Allerdings mussten sie im Laufe der Zeit erkennen, dass eine Organisation wie Wikileaks sich nicht so einfach aufhalten lies. Das sollte zwar nicht zum Verhängnis der Nebendarsteller werden, hat aber große Wirkung auf einen sehr wichtigen demokratischen Prozess gezeigt: Das Volk hat die Macht!


Letzter Akt: Das Volk und der große Unbekannte

Während die Hauptdarsteller (fast alle) durchweg zufrieden mit dem Ausgang waren, der zur Verhaftung Julian Assange’s führte, folgte jetzt ein Sturm ungeahnter Größe. Die Netzgemeinde stellte sich geschlossen hinter Wikileaks. Schnell und Entschlossen leitete die Gemeinde Maßnahmen ein, die ein Abschalten dieses Dienstes verhindern sollte. Sie gaben Wikileaks die Fähigkeiten einer Hydra. Während die politischen Kräfte immer wieder Sperren und Blockaden aufbauten um Wikileaks zu verhindern, hat  sich die Netzgemeinde etwas Besonderes einfallen lassen, was sich schon seit Jahrzenten bewährt: Spiegelserver. Die sog. Server sind ein exaktes Abbild von Wikileaks. Funktionierte ein Server nicht, dann wurde man auf den nächsten weitergeleitet usf.. So garantierte die Netzgemeinde die Verfügbarkeit von Wikileaks. Hier erfahren wir gerade, warum die Netzgemeinde sich gegen Sperren, Blockaden und Abschaltung von Ressourcen stellt. Sie bewirken rein gar nichts. Der schon seit längerem andauernde Konflikt gegen Zensur und Sperren im Netz, hat hier Eindrucksvoll bewiesen das die politischen Maßnahmen keinerlei Wirkung zeigen. Nur durch die Entschlossenheit und Willensstärke der netzliebenden Menschen können wir jetzt den Beweis antreten das ohne unsere Unterstützung die Politik im Internet keine Bedeutung haben wird.

 

Copyright Anonymous

Das ganze Schauspiel konnte man durch div. News in Zeitungen und Foren gut mitverfolgen. Was wir aber nicht verfolgen können, ist der große Unbekannte. Dieser gibt sich selbst den Namen „Anonymous“ eine weltweit tätige dezentralisierte Gruppe von Menschen, die als vorrangiges Ziel die Zerschlagung der Scientology-Sekte ansteuert. Der größte Teil dieser Gruppe führt ihre Aktionen auf friedlichem Wege durch. Kommunikation und Aufklärung sind die Waffen die sie Anwenden. Sie verstecken sich deshalb, weil sie wie du und ich, Angst davor haben, dass ihre Familien oder sie selbst von dieser Organisation verfolgt werden.

Copyright Anonymous

Allerdings gibt es in dieser Gruppe auch Menschen die mit aller Entschlossenheit gegen die Ungerechtigkeit auf diesen Planeten vorgehen.

Manch einer mag das, was Anonymous macht nicht gut heißen. Aber seien wir doch mal ehrlich, was haben uns bisher die ganzen Demonstrationen gebracht? Genau gar nichts oder nur sehr wenig.  Das haben jetzt die großen Bezahldienste und einige andere zu spüren bekommen. Somit ist klar, das ohne unsere Hilfe und eine vernünftige Lösung, damit Politik und freie Meinungsäußerung im Netz gut funktionieren, nichts geht.

 

Weitere Lektüre:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-12/wikileaks-assange-schweden

http://philipbanse.de/wp/pb016-ich-vs-leyendecker-zu-wikileaks/

http://www.stern.de/digital/online/schwedisches-sexualstrafrecht-im-fokus-1632283.html

http://www.netzpolitik.org/2010/wikileaks-un-kommissarin-f-menschenrechte-positioniert-sich/

http://www.netzpolitik.org/2010/anonymous-erste-verhaftung-in-holland/

etwas älter:

http://www.gulli.com/news/anonymous-protest-gegen-2009-09-10/

 

sem

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