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Gesellschaft

Scientology und das Propagandafeld Internet


Coat of arms of the German state of Baden-Würt...

Image via Wikipedia

Die Scientology-Organisation (SO) verstärkt ihre Propaganda im Internet. Dabei geht es der Organisation vor allem darum, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Gleichzeitig steigt die Zahl der „getarnten“ Scientology-Seiten. Insbesondere eine wachsende Zahl von Jugendlichen gerät so in ersten Kontakt zur SO.

Dass die SO das Internet seit vielen Jahren nutzt, um Meinungsmache zu betreiben, ist nichts Neues. Sie verstärkt aber dort zunehmend ihre Präsenz, damit Internetsuchmaschinen möglichst zahlreiche „Treffer“ bringen, die ihre Propaganda enthalten. Gibt man etwa an einem beliebigen Tag den Suchbegriff „Scientology“ in „Google News“ ein, können die ersten zehn Ergebnisse bis zu fünf Pressemeldungen der SO enthalten. Scientology will sich damit als scheinbar harmlose Religionsgemeinschaft darstellen. Da die SO allerdings zugleich auf anderen Internet-Seiten vehement gegen ihre Kritiker hetzt, trägt sie selbst dazu bei, dass das mit viel Mühe entworfene Bild einer friedfertigen Religionsgemeinschaft „Kratzer bekommt“, möglicherweise sogar nachhaltig beschädigt wird.

Eine weitere wesentliche Komponente scientologischer PR ist gezielte Desinformation. Auch sie soll die öffentliche Meinung manipulieren. Die SO setzt darauf, dass die stetigen Wiederholungen der immer gleichen – falschen – Behauptungen schließlich von den Medien aufgegriffen werden und so Eingang in das allgemeine Bewusstsein finden. Etwa die Legende von den 10 Millionen Mitgliedern weltweit. In Wirklichkeit verfügt Scientology international über geschätzte 100.000 bis 120.000 Anhänger. Die Organisation verbreitet darüber hinaus vor allem Desinformation in Bezug auf verschiedene Gerichtsurteile, indem sie deren Bedeutung verzerrt, ja verfälscht. Hierzu zwei Beispiele: Die SO behauptet, der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg habe 2003 entschieden, dass die Stuttgarter SO eine religiöse Organisation sei. Tatsächlich war diese Frage nicht entscheidungserheblich. Denn es ging allein darum, ob der Stuttgarter Scientology-Verein aufgrund entgeltlicher Leistungen als Wirtschaftsbetrieb oder weiterhin als eingetragener Verein anzusehen sei (VGH Baden-Württemberg, Az.: I S 1972/00). 1995 hatte das Bundesarbeitsgericht (BAG) für den Bereich des Arbeitsrechts einen Religionscharakter der Hamburger SO verworfen (BAG, Az.: 5 AZB 21/94). Scientology versucht seitdem immer wieder, diese schwere Niederlage in Abrede zu stellen und behauptet wahrheitswidrig, das Urteil des BAG sei revidiert worden. All das erfolgt wohl gemäß der Maxime des SO-Gründers L. Ron HUBBARD, im Bereich der PR müssten „akzeptable Wahrheiten“ verbreitet werden.

Ferner schafft die Organisation immer mehr „getarnte“ Webseiten, bei denen der Scientology-Hintergrund kaum noch erkennbar ist. „Kennst Du Deine Menschenrechte?“ wird auf einer ansprechend gestalteten Internetseite gefragt. Schöne junge Menschen strahlen den Betrachter dabei an. Die Seite wird von „Jugend für Menschenrechte“ betrieben. Dass es sich dabei um eine Unterorganisation der SO handelt, wird nicht deutlich. Mit hochprofessionell gestalteten Medienangeboten, hauptsächlich zu den Themen Menschenrechte und Drogenmissbrauch, will Scientology vor allem Jugendliche direkt an ihren Rechnern zu Hause erreichen. Die SO ist dabei auch verstärkt in sozialen Netzwerken im Internet aktiv. Die Hinweise mehren sich, dass eine wachsende Zahl von Jugendlichen unwissentlich zumindest in einen ersten Kontakt zu Gruppen gerät, bei denen es sich um Unterorganisationen von Scientology handelt.

Diese Tendenz könnte der Ausgangspunkt einer zunehmend gefährlicheren Entwicklung sein. Unter dem Blickwinkel der vielfältigen Möglichkeiten in einer Mediengesellschaft wird es in Zukunft nicht mehr genügen, nur vor Werberkolonnen zu warnen, die unterschwellig suggerieren, man könne das Lebensglück auf der Straße kaufen.

Hinweis: Wer auf solche Seiten stösst sollte den Verfassungschutz oder mir eine Email mit den Links zusenden.

 

Quelle: Verfassungsschutz-bw

sem

Diskussionen

4 Gedanken zu “Scientology und das Propagandafeld Internet

  1. Vielen Dank Richard, ich werde das an den entsprechen Stellen und bei mir reinstellen.

    Verfasst von sem | Januar 26, 2011, 4:01 am
  2. Ich warne schon über 20 Jahre vor Scientology, da ich Crowley und Wilson gelesen hatte war ich schon früh Unterrichtet über die wirren Träume des Fantasy Autors Hubbard. Strebt Scientology doch nichts weiter an als die Weltherrschaft zu erlangen, da gilt es mit aller Macht dagegen vorzugehen. Wir sind geboren um frei zu sein (Ton Stein Scherben)

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | Januar 24, 2011, 8:28 am

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