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Politik

Ein offener Brief an Karl-Theodor zu Guttenberg


Sehr geehrter Herr Freiherr „Verteidigungsminister“ von und zu Guttenberg,

Ihre derzeitige Politik wirft mir doch einige Fragen auf:

  1. Warum haben sie, trotz unbegründeter Vorwürfe, den Kommandanten der „Gorch Fock“ abberufen?
  2. Warum folgen sie bei dieser Entscheidung den Forderungen der „BILD“-Zeitung und nicht der Meinung von Experten?
  3. Warum scheinen die Wehrpflichtigen auf der „Gorch Fock“ die Vorwürfe der Offiziersanwärter gar nicht bestätigen können?
  4. Warum lassen sie nicht bevor sie Konsequenzen ankündigen die Offiziersanwärter, die die Beschwerden aufgegeben haben und den Wehrbeauftragten Königshaus überprüfen?
  5. Wie kommt es, das die Hierarchie auf einem Marineschiff derart untergraben wird?

Zur ersten Frage:
Norbert Schatz wurde wegen den Vorfällen an Bord abberufen, dabei ist er bei den meisten Vorfällen unbeteiligt gewesen und diese hätte er auch schwerlich verhindern können.
Die Vorwürfe die sich direkt gegen ihn richten sind lächerlich, denn nur weil man mit Badehose über Deck geht, wird man nicht gleich abberufen und auch der Vorwurf, er würde immerzu absichtlich Orkane anlaufen, könnte jeder Kapitän eines Segelschiffes, welches nicht für Kreuzfahrten eingesetzt wird, erklären: Als Kapitän eines kommerziellen Schiffes versucht man immer den schnellsten Weg zu finden, und dieser ist demnach immer durch Orkane.
Hätten sie auf Experten gehört, wäre das schnell klar gewesen und dieser Vorwurf schnell aus dem Raum. Womit wir bei der nächsten Frage wären:

Frage 2:

Spätestens seit Günter Wallraff sollte man wissen, dass nicht alles was in der „BILD“ steht:

  1. Stimmt
  2. im richtigen Lichte wiedergegeben wird

Doch das scheint ihnen ja egal zu sein, denn anstatt auf Experten wie Kapitäne, Stammbesatzungen und Kadetten anderer Segelschiffe oder ehemalige Kadetten der GF zu hören, hören sie auf die „BILD“.
Bis heute hat man bereits herausgefunden, dass die Abbildungen von einer Party auf der GF nicht etwa vom 11.11.2010 sind, sondern mehrere Jahre älter.
Auch die Vermutung der „BILD“, das Becken auf der GF sei mit Essensresten und Erbrochenem gefüllt ist Schwachsinn, denn kein Bordarzt würde es zulassen, das Kadetten in Erbrochenem „schwimmen“. Also glauben sie niemals der Bild!

Frage 3:
Der Brief der Besatzung der GF ist nicht nur im Namen der Stammbesatzung, sondern auch im Namen der Wehrpflichtigen an Bord geschrieben worden, die die Offiziersanwärter, die im November von Bord gingen, ersetzen. Diese weisen alle Vorwürfe zurück, obwohl sie der selben Behandlung unterlagen wie die OA.
Auch war am Donnerstag eine Reportage über das Leben der letzten drei Wochen an Bord der GF zu sehen, in der die Wehrpflichtigen in höchsten Tönen über das Bordleben redeten.
Anscheinend haben die OA größere Probleme mit dem Umgang auf einem Segelschulschiff als allgemeine Wehrpflichtige!
Da sollte eher untersucht werden, wen die Marine heute alles auf die GF lässt:

Frage 4:

Bevor man einer Quelle glaubt, sollte man sie überprüfen und das haben sie nicht getan! Wie sich heraus gestellt hat, ist Königshaus ein „GF“-Gegner, er sprach sich schon im November, bei der ersten Debatte um das Schiff für die Abschaffung aus. Dabei sprach er nicht nur von „Sicherheitsgründen“, sondern auch „Kostengründen“. Diese Sicherheitsbedenken sind unbegründet, da auf der „GF“ seit Einführung nicht viel mehr Menschen gestorben sind, als in der selben Dienstzeit auf einem Motorschiff.
Auch stell ich mir und somit auch Ihnen die Frage, inwiefern die Kadetten fähig sind auf diesem Schiff zu arbeiten, denn in Berichten aus früheren Zeiten, wird von den selben Verhältnissen gesprochen (die Vorwürfe der sexuellen Nötigung weggelassen), nur wird hier ein völlig anderes Fazit gezogen, denn in den früheren Berichten werden die Erfahrungen als wertvoll für die Zukunft aufgenommen und nicht als allgemeine Misshandlung. Womit wir bei letzten Frage angelangt wären:

Frage 5:

Bei der „Gorch Fock“ handelt es sich um ein Segelschiff mit klarer Hierarchie und das Jammern der Kadetten im Bericht, das Erbrochene der Offiziere zu beseitigen, kommt mir merkwürdig vor, schließlich sind sie die Rangniedrigsten und man kann schwer ein ganzes Trupp Reinigungspersonal mitnehmen, das reinigen des Decks, egal welche Art der Verschmutzung vorliegt, war schon immer die Arbeit der Rangniedrigsten.

Die Kadetten wurden, wie ich glaube, nicht richtig darauf vorbereitet was sie an Bord erwartet. Wenn ich an Bord eines solchen Schiffes gehe, gehe ich automatisch davon  aus:

  1. Wenig Schlaf zu bekommen
  2. Niedere Arbeiten (wie Reinigung des Schiffes) zu bekommen
  3. In die Masten steigen zu müssen
  4. In die Masten gezwungen zu werden, sollte ich mich widersetzen
  5. Das Kameraden bei Arbeiten sterben könnten
  6. Kaum Privatsphäre zu haben
  7. Ständig in Orkanen zu Segeln
  8. Mich den Ranghöheren unterordnen zu müssen

Wenn das den Kadetten nicht klar ist, haben sie dort an Bord nichts zu suchen.

Herr zu Guttenberg, lassen sie sich nicht von den Medien beeinflussen, denn diese haben eindrucksvoll bewiesen wie wenig Ahnung sie davon haben worüber sie schreiben!
Setzen sie Norbert Schatz wieder als Kapitän ein und handeln sie niemals vorschnell, wenn es um personelle Fragen geht, das kann zu negativen Auswirkungen auf die Person kommen, da dies zur Gerüchtebildung beiträgt und gar in Rufmord enden kann. Im Falle der GF haben die Medien das schon erledigt, denn nun steht sie in einem schlechten Licht  da, Herr zu Guttenberg richten sie den Ruf wieder her und reden sie mit der Stammbesatzung, schließlich sehen sie sich als Soldatennaher Verteidigungsminister.

 

Gefunden HIER

Quelle: BILDblog

 

Es ist erstaunlich, ich kenne Leser die die „BILD“ mit ihrem – ja wie soll ich es sagen -, mit ihrem Leben verteidigen würden. Kritik wird selten akzeptiert. Natürlich gibt es auch die Gegenseite, leider in der Minderheit. Hier zeigt sich die manipulative Wirkurg solcher Boulervard-Blätter, mit großen Titten auf der ersten Seite kann man schon einige Leser für sich gewinnen. Manchmal steckt auch ein fünkchen Wahrheit drin, und wenn es dazu kommt steht am nächsten Tag in großen Lettern „Bild hatte Recht!“ um ihre daseinsberechtigung zu begründen. Wer die „BILD“ etwas kritischer betrachten möchte sollte einen Blick auf Bildblog werfen.

 

sem

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