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Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Katastrophe in Japan – Reaktionen aus Politik und Wirtschaft


Die Katastrophe in Japan hat viele Fragen aufgestellt und gezeigt, dass der Mensch mit solchen Naturgewalten nicht umzugehen weiß. Trotz großer Verantwortung und Sicherheitsmaßnahmen bei den Atomkraftwerken, sind sie nicht zu 100-Prozent kontrollierbar. Die japanischen Atomkraftwerke gelten als die sichersten. Also ist es jetzt dringend geboten, den Atomausstieg zu beschleunigen und die Lobby-Arbeit der Bundesregierung zu vergessen. Natürlich tragen die Naturkatastrophen in Japan zu diesem Unglück bei, dass wollen wir nicht vergessen, aber es ist und bleibt ein Risiko das ich nicht mit mir herumtragen möchte. Bei der nächsten Aktion bin ich wieder dabei.

Hamburger Elektrizitätsnetzbetrieb untersagt Atomstrom den Netzzugang

Hamburg (ots) – mk-grid – Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG, nimmt den aktuellen atomaren Störfall als auch die in der Vergangenheit vorliegenden Störfälle zum Anlass und untersagt bis auf Weiteres unter Berufung auf den Schutz der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang für Strom aus Atomkraftwerken.

Während man in Japan zum jetzigen Zeitpunkt zum Abwarten verdammt ist, sieht sich das Hamburger Netzbetriebsunternehmen zum Handeln gezwungen. Obwohl die japanischen AKW’s zu den modernsten der Welt zählen, kann und konnte man absolute Sicherheit zu keinem Zeitpunkt garantieren, wie auch die in der nahen Vergangenheit zurückliegenden Störfälle an deutschen AKW’s beweisen. Auch wenn Atomkraft zwar ein „umweltfreundlicher“ Energieträger ist, da dieser bei Produktion von elektrischer Energie keine Abgase oder CO2 Emissionen freisetzt, bleibt die Auswirkung im Störfall nachhaltig tödlich. Der Auswirkungsradius, die generationsübergreifenden Folgen und das damit verbundene Risiko für die Bevölkerung können dabei nicht definiert werden.

Trotz der gesetzlichen Verpflichtung der Elektrizitätsnetzbetreiber, jedem Energieversorger einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz zu gewährleisten, kann sich nach Auffassung des Geschäftsführers der mk-grid – Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG, Senator h.c., Assoz. Prof. Martin Richard Kristek, dieser diskriminierungsfreie Zugang jedoch nur auf die wirtschaftliche Diskriminierungsfreiheit beschränken. Somit bleibt es einem verantwortungsbewussten Elektrizitätsnetzbetrieb unbenommen, im Sinne der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang zu untersagen. Die Politik hat in jüngster Vergangenheit die Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken bestätigt. Ungeachtet dessen, hat jeder Kunde, aber auch Versorgungsdienstleister die freie Wahl eine marktwirtschaftliche Lösung zu finden.

Dementsprechend war es für die Entscheidung nicht nötig, auf entsprechende Durchführungsverordnungen und Erlässe seitens des Gesetzgebers zu warten, sondern mit ureigenem Verantwortungsbewusstsein diese zu treffen. Wünschenswert wäre, wenn dieser Überzeugung Beispielwirkung in der Weise zuteil wird, als dass sich auch andere Netzbetreiber dazu entschließen, die Durchleitung vom Atomstrom zu untersagen.

Selbstverständlich bleibt es betroffenen Energieversorgungsunternehmen unbenommen gegen diese beschlossene Vorgangsweise der Geschäftsführung rechtlich vorzugehen. „Dieser Auseinandersetzung würde jedoch aufgrund der aktuellen Lage und Vorkommnisse mit Gelassenheit entgegen gesehen werden. Man darf gespannt sein, ob und inwieweit mein Unternehmen rechtlich verpflichtet werden sollte Atomstrom durchleiten zu müssen“, so Senator h.c., Assoz. Prof. Martin Richard Kristek.

Durch diesen Umstand des Ausschlusses der Atomkraft in den Netzen der mk-grid – Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG kommt es selbstverständlich nicht zu Nachteilen der betroffenen Verbrauchsstellen, ebenso wenig sind aus diesem Anlass Preiserhöhungen der Versorgungsunternehmen zulässig.

Kontakt:

mk-group Holding GmbH
Rouven Flache
Dessauer Strasse 2-4, Lagerhaus G
20457 Hamburg

T.: +49 40 414 314 858 0
F.: +49 40 414 314 858 9www.mk-group.ag // www.care-energy.de

Ex-Betriebsleiter von Neckarwestheim 1 geht von Kernschmelze aus

(C) DPA

Berlin (ots) – Berlin – Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist es nach Meinung von Experten bereits zu einer Kernschmelze gekommen. Eberhard Grauf, der ehemalige Betriebsleiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1, sagte dem Tagesspiegel: „Ich denke, dass es in Japan zu einer parziellen Kernschmelze gekommen ist.“

Wenn es jedoch gelingen sollte, den Reaktordruckbehälter der havarierten Anlage mit einer Mischung aus Meerwasser und Borsäure zu füllen, wie es die japanische Regierung angekündigt hat, dann müsse es gelungen sein, die Kühlpumpen wieder mit Strom zu versorgen, sagte er weiter. Gelinge das, könne „die Bevölkerung vor einer hohen Strahlung geschützt werden“. Der Unfall wäre dann vergleichbar mit der Atomkatastrophe von Three Miles Island in Harrisburg in den USA. Ein Szenario wie beim Supergau in Tschernobyl ließe sich aber noch vermeiden, sagte Grauf.

 

CSU-Politiker Göppel fordert Untersuchung deutscher Kernkraftwerke

Berlin (ots) – Berlin – Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat der CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel eine Untersuchung und gegebenenfalls eine Nachrüstung deutscher Kernkraftwerke gefordert. „Es muss ausgeschlossen werden, dass die Notkühlsysteme im Ernstfall ähnliche Probleme mit der Stromversorgung bekommen“, sagte der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Umweltausschuss dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel (Sonntagausgabe). Die Kernschmelze in Japan stelle die von der Koalition beschlossene Laufzeitverlängerung infrage, sagte der Umweltpolitiker: „Der Druck wird steigen, Kernkraftwerke älterer Bauart planmäßig vom Netz zu nehmen.“ Göppel gehört zu den fünf Unionsabgeordneten, die gegen die Laufzeitverlängerung gestimmt hatten.Der Tagesspiegel

Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an: Der Tagesspiegel, Newsroom, Telefon: 030-29021-14909.

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-29021 14013
E-Mail:  cvd@tagesspiegel.de

Dorothée Menzner: Unverzüglicher und unumkehrbarer Atomausstieg ist und bleibt das Gebot der Stunde

Berlin (ots) – Unverzüglicher und unumkehrbarer Atomausstieg ist und bleibt das Gebot der Stunde

Die Energiepolitische Sprecherin der Fraktion, Dorothée Menzner, erklärt zu dem GAU in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima:

„Unsere Gedanken und besten Wünsche sind bei den Menschen in Japan und denen die versuchen, die Katastrophe einzudämmen. Hilflos und mit Fassungslosigkeit verfolgen die Menschen und auch die Politik die Berichte und Bilder aus Fukushima. Wissend, dass eine Kernschmelze, so sie erstmal einsetzt, nicht mehr stoppbar ist und nur maximal eine Verlangsamung möglich ist. Gleich in fünf japanischen Reaktorblöcken scheint es nach dem verheerenden Erdbeben mit darauffolgenden Tsunami zu äußerst kritischen Kühlkreislaufstörungen gekommen zu sein. Dabei wurden japanische Reaktoren immer als die sichersten der Welt beschrieben. Die äußerst mangelhafte Informationspolitik seitens der Betreiber und der japanischen Behörden speziell was die Anlage Fukushima Daini (2) betrifft, beunruhigt und wird von der LINKEN deutlich kritisiert. Die Öffentlichkeit in Japan, in den angrenzenden Ländern und weltweit hat einen Anspruch auf eine transparente und direkte Information. Schließlich wissen wir spätestens seit Tschernobyl, dass atomare Bedrohung sich nicht an Staatengrenzen hält. Einmal mehr erweist sich, worauf Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi und auch ich wiederholt nachdrücklich im Bundestag hinwiesen: ‚Atomkraft ist eine im Zweifels- und Katastrophenfall nicht beherrschbare Hochrisikotechnologie. Unverzüglicher und unumkehrbarer Atomausstieg ist und bleibt das Gebot der Stunde.‘ Das fordern an diesem Tag eindrucksvoll tausende von Menschen bei der Menschenkette von Neckarwestheim nach Stuttgart und das wird DIE LINKE mit allen Teilen der Anti-Atombewegung weiter unüberhörbar, phantasievoll und nachdrücklich auf die politische Tagesordnung setzen.“

Pressekontakt:

Hendrik Thalheim
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de

Das Erste
Themaänderung bei ANNE WILL am 13. März 2011: Katastrophe in Japan – der mögliche Super-GAU und die Folgen

München (ots) – „Katastrophe in Japan – der mögliche Super-GAU und die Folgen“ lautet das Thema bei ANNE WILL am Sonntag, 13. März 2011, um 21.45 Uhr im Ersten.

Die Welt schaut mit Schrecken nach Japan. Erst haben Erdbeben und Tsunami unzählige Menschenleben gefordert, nun droht dem Land eine atomare Katastrophe. Gibt es in Japan ein zweites Tschernobyl? Welche Gefahren gehen von den Reaktoren aus und was bedeuten die Ereignisse für Europa? Sollte auch in Deutschland neu über die weitere Nutzung von Kernkraft nachgedacht werden?

Die Gäste werden kurzfristig auf www.annewill.de bekannt gegeben.

ANNE WILL – politisch denken, persönlich fragen

Pressekontakt:

Dr. Bernhard Möllmann, Presse und Information Das Erste, Tel.
089/5900-2887,
E-Mail: bernhard.moellmann@DasErste.de

Nina Tesenfitz, Pressesprecherin Will Media GmbH, Tel. 030/21 22
23-230,
E-Mail: n.tesenfitz@will-media.dePressefotos von Anne Will und druckfähiges Bildmaterial zur aktuellen
Sendung

Gesine Lötzsch, Klaus Ernst, Gregor Gysi

„Wir sind bestürzt über die jüngsten Ereignisse in Japan“

Helikopter vor dem AKW Fukushima Daiichi I. Die Japanische Regierung hat inzwischen eine Explosion und Kernschmelze bestätigt. Foto: (c) Kim Kyung Hoon / Reuters

Wir sind bestürzt über die jüngsten Ereignisse in Japan. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und beim gesamten japanischen Volk, das nach Tsunami und Erbeben die Folgen einer atomaren Katastrophe bewältigen muss. Die Weltgemeinschaft darf Japan jetzt nicht alleine lassen.

Nach diesem Tag ist nichts mehr, wie es vorher war. Wir müssen jetzt weltweit umdenken. Die japanischen Meiler galten als die sichersten. Es ist spätestens jetzt klar, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist.

Wir brauchen ein weltweites Moratorium für die Atomkraft. Der Ausbau von Kapazitäten muss gestoppt werden. Deutschland muss sofort die Exportförderung für Atomkraftanlagen einstellen. In Deutschland müssen wir zu einer Politik der systematischen Reaktorabschaltung kommen, unverzüglich und unumkehrbar.
DIE LINKE

Erklärung zu den Ereignissen in Japan

Berlin (ots) – Wir sind sehr betroffen über die große Katastrophe, die durch das Jahrhunderterdbeben und den darauffolgenden Tsunami in Japan ausgelöst wurde. Die daraus resultierende schwerwiegende Situation um die Kernkraftwerke in der Erdbebenregion erfüllt uns mit großer Sorge.

Wir nehmen die Situation sehr ernst und stehen im engen Austausch mit den zuständigen internationalen Organisationen. Wir hoffen sehr, dass es gelingt, die Auswirkungen für Menschen und Umwelt zu begrenzen. Alle Informationen, die wir aus Japan erhalten, werden von unseren Experten intensiv analysiert. Solange jedoch keine ausreichenden und auch belastbaren Sachinformationen zu den nuklearen Ereignissen vorliegen, ist es für eine qualifizierte Bewertung oder Schlussfolgerungen zu früh. Die deutschen Betreiber sichern ausdrücklich zu, dass sie – wie auch in der Vergangenheit geschehen – eine qualifizierte Bewertung vornehmen werden, sobald die hierfür notwendigen gesicherten Erkenntnisse vorliegen.

Der Auslöser der Ereignisse in Japan war eine Verkettung zweier Naturkatastrophen. Das starke Erdbeben hat das Netz und nahezu die gesamte Infrastruktur zerstört. Der anschließende Tsunami führte zu einem Ausfall der Notstromanlage und des Kühlsystems. Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar. Auch von offizieller Seite ist bereits gestern darauf hingewiesen worden, dass die deutschen Kernkraftwerke so ausgelegt sind, dass die Schutzziele auch bei starken Erdbeben eingehalten werden.

Die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke stehen in engem Austausch mit der deutschen Bundesregierung und werden, wenn gewünscht, alle ihnen zur Verfügung stehenden technischen Mittel bei der Bewältigung der schwerwiegenden Situation im Kernkraftwerk FUKUSHIMA bereitstellen.

Pressekontakt:

Dieter Marx
Tel.: 030 498555-20
presse@kernenergie.de
www.kernenergie.de

Diskussionen

3 Gedanken zu “Katastrophe in Japan – Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

  1. Die Ausbeutung der Natur ist die einfachste Variante. Die Wirtschaft hat sich so darauf eingespielt, dass eine Kehrtwendung beinhane unmöglich erscheint. Leider muss immer etwas passieren, damit darauf reagiert wird. Gut ist, das heute einige darüber nachdenken. Das ist schon ein großer Fortschritt.

    Verfasst von sem | März 13, 2011, 7:50 pm
  2. Diese Technologie bleibt mindestens noch 1000 Jahre eher länger für die Menschen nicht beherrschbar und wenn wir soweit sind haben wir Alternativen entwickelt, wie wäre es mit Freier Energie (Tesla) funktioniert wunderbar habe ich mir sagen lassen, was ist mit dem Perpetuum Mobile ich kenne jemand der so was ähnliches erfunden hat, ist auch eine ganz einfache Methode, ich versteh die Leute nicht die das von Vorneherein ablehnen ohne ernste Prüfung, es gibt auch Teurere Alternativen, die Atomstrom schnell ersetzen könnte, wenn man sich umschaut auf dem Markt wird einem Schwindelig vor Massenhaften Ideen und Produkte, Atomstrom ist schon Lange nicht mehr Alternativlos, Giuseppe Cavaleri

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | März 13, 2011, 3:52 pm

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  1. Pingback: Atomkatastrophe in Japan: offizielle und inoffizielle Nachrichtenquellen « Denkraum - März 13, 2011

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