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Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Klage gegen Immobiliengigant Gagfah


Dresden riskiert den Kampf gegen die Heuschrecke

Marode Bauten, überforderte Sachbearbeiter: Seit ein US-Finanzinvestor den Wohnungskonzern Gagfah übernommen hat, macht die Firma vor allem Negativschlagzeilen. Jetzt hat die Stadt Dresden Klage eingereicht, es geht um bis zu eine Milliarde Euro.

Hamburg/Dresden – Für Frank Brenner* begann der Ärger mit der Gagfah schon beim Einzug. Als er in seine neue Wohnung in einem Hamburger Klinkerbau kam, standen mitten im Zimmer drei Heizungskörper. Der Vermieter hatte die asbestbelasteten Nachtspeicheröfen austauschen wollen – und war nicht rechtzeitig fertig geworden.

Als der 34-Jährige mit sechs Wochen Verspätung endlich einziehen konnte, hatte er schon zahlreiche Telefonate mit überforderten Sachbearbeitern und frustrierten Hausmeistern hinter sich. Kurz darauf das nächste Problem: ein undichtes Fenster. „Im November habe ich es gemeldet, im April soll der Defekt endlich behoben werden“, berichtet Brenner. Sein Fazit nach einem halben Jahr als Mieter von Gagfah, Deutschlands größtem börsennotierten Immobilienkonzern: „Es passiert nur was, wenn man den Leuten massiv auf die Füße steigt.“

In Dresden geschieht nun genau das: Die Stadt legt sich mit der Gagfah an. Am Donnerstagabend segnete der Stadtrat eine Klage von bis zu 1,1 Milliarden Euro ab. Die Stadt wirft der Gagfah vor, einen Vertrag von 2006 verletzt zu haben. Damals verkaufte Dresden die 48.000 Wohnungen seiner städtische Wohnungsbaugesellschaft Woba für 1,7 Milliarden Euro an die Gagfah. Der Deal wurde bejubelt. Denn mit den Einnahmen war Dresden mit einem Schlag schuldenfrei – als erste Großstadt in Deutschland.

Heute ist vom Jubel wenig übrig geblieben. Nach Auffassung der Verwaltung hat das Unternehmen gegen eine Sozialcharta verstoßen, die 2006 bei der Woba-Übernahme ausgehandelt worden war. Dabei war unter anderem vereinbart worden, dass die Gagfah immer zuerst den Woba-Mietern ein Kaufangebot vorlegt, bevor sie deren Wohnungen an Dritte veräußert. Werden ganze Häuser verkauft, sollte diese Pflicht inklusive der vertraglich vereinbarten Strafen an die neuen Eigentümer weitergegeben werden. Dies habe das Unternehmen mehrfach versäumt, argumentiert die Stadt. Die Gagfah hat der Verwaltung Verhandlungen angeboten, ein Vergleich der Parteien ist trotz der Entscheidung des Stadtrats möglich. mehr >>> Spiegel Online

Über GAGFAH (entnommen aus der Homepage)

Auf einen Blick

Die GAGFAH GROUP ist mit bundesweit rund 165.000 Mietwohnungen und weiteren 20.000 für Dritte verwalteten Wohnungen das führende börsennotierte Wohnungsunternehmen in Deutschland. Wir sind ein langfristig orientiertes Wohnungsunternehmen und ein verantwortungsvoller, leistungsstarker Vermieter mit bundesweitem Wohnungsangebot.

Den Großteil unserer Einnahmen erzielen wir aus der Vermietung von attraktivem Wohnraum. Wir wollen, dass unsere Mieter sich bei uns wohl fühlen und gerne bei uns wohnen. Deshalb haben wir den Anspruch, unsere Dienstleistungen und Services stetig zu verbessern.

Nach wie vor ist Wohneigentum die beständigste Anlageform und immer mehr Mieter denken über die Bildung von Wohneigentum nach. Im Alter mietfrei Wohnen ist gerade in Zeiten unsicherer Renten der wichtigste Baustein für die Alterssicherung. Deshalb bieten wir Wohnungen auch zum Verkauf an, unsere Mieter erhalten Vorzugspreise.

Wer eine eigene Wohnung erworben hat, dem bietet unser WEG-Service die komplette Wohnungseigentumsverwaltung aus einer Hand. Fachleute rund um die Verwaltung von Wohnungen betreuen Ihre Eigentumswohnung professionell.

Unsere Sozialchartas bieten Mietern einen weit über das gesetzliche Maß hinausgehenden Kündigungsschutz und legen fest, unter welchen Bedingungen Wohnungen verkauft werden dürfen. Mit unseren richtungweisenden Sozialchartas haben wir bundesweit Standards für einen sozialverträglichen Umgang mit den Mietern gesetzt.

Als verantwortungsvolles Wohnungsunternehmen bringen wir uns aktiv in die Gesellschaft ein. Das tun wir, indem wir soziale Projekte in unseren Quartieren  unterstützen und durch unsere GAGFAH-Stiftung „Mensch und Wohnen“. Die Stiftung fördert vor allem das Wohnen und Zusammenleben von jungen und alten Menschen in unseren Quartieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Quartiersentwicklung.

Verantwortung

Soziales Engagement

Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die GAGFAH GROUP sieht sich als Wohnungsunternehmen in besonderem Maße zu sozialem Handeln aufgerufen. Wir übernehmen Verantwortung gegenüber unseren Kunden und der Gesellschaft und setzen dabei Maßstäbe.

Quelle: http://www.gagfah.de/de/index.html

Anmerkung: Es ist schwierig zu entscheiden, wer jetzt nun die Schuld trägt. Tatsache ist, dass das Unternehmen ihre ausgesprochene Verantwortung massiv vernachlässigt hat. Der Fall oben scheint kein Einzenfall zu sein und dementsprechend finde ich die Klage absolut korrekt. Nur weil man in Gesellschaftliche Projekte invenstiert ist man nicht automatisch der gute Samariter.

 

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