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Gesellschaft, Wirtschaft

Glücksspiel mit der Deutschen Bank


Ein Heer von selbsternannten Beschützern hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Anleger vor den niederträchtigen Bankern zu bewahren. Der BGH springt ihnen nun zur Seite: Banken dürfen ihre Kunden nicht übertölpeln. Das geht zu weit.

Was ist der Unterschied zwischen einer Bank und einer Spielbank? „Im Casino geht’s fairer zu“, witzeln Anlegerschützer gerne. Tiraden gegen den Banker, das böse Wesen, begründen ihr Geschäftsmodell: hier der kleine Sparer, das arme Hascherl, chancenlos gegen die große Bank, die auf nichts anderes aus ist als auf den eigenen Profit. Ein Heer von selbsternannten Beschützern hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Anleger vor der eigenen Gier und den niederträchtigen Bankern zu bewahren.

Ein höchstrichterliches Urteil verhilft der Bewegung nun zu einem neuen Triumph. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Deutsche Bank vorige Woche verurteilt, weil die „ihre Pflichten bei der Beratung verletzt“ habe. Ein hessischer Unternehmer erhält deshalb mehr als 500.000 Euro Schadenersatz. „Ein bahnbrechendes Urteil“, jubelt Jochen Weck, der Anwalt des Klägers. Der Markt für die beanstandeten hochspekulativen Zinswetten sei damit tot, sagt Weck, der gegenwärtig in 14 Fällen gegen die Deutsche Bank streitet sowie gegen diverse Banken mehr. Die Finanzaufsicht müsse jetzt prüfen, „ob die Deutsche Bank sich der systematischen Fehlberatung schuldig gemacht hat“, fordert der Grünen-Politiker Gerhard Schick.

© Thilo Rothacker Quelle: FAZ

Unaufhaltsam rollt eine Klagewelle auf die Banken zu. Wie heftig die ausfallen wird, hängt an der demnächst erwarteten Urteilsbegründung: Wehe, der Deutschen Bank wird darin nicht Fahrlässigkeit, sondern Vorsatz bescheinigt. Das würde die Verjährungsfristen verlängern, der Ansturm der Geschädigten wäre noch größer: „Alle, die Geld verloren haben, werden dann versuchen, es sich auf dem Rechtsweg zurückzuholen“, sagt Matthias Lehmann, Jura-Professor an der Universität Halle – und findet das durchaus richtig angesichts des zweifelhaften Zinsderivats namens „CMS Spread Ladder Swap“, einem „von der Bank konstruierten Glücksspiel“, wie es ein Gericht ausdrückte. >>> FAZ

Diskussionen

2 Gedanken zu “Glücksspiel mit der Deutschen Bank

  1. Hoffentlich wird es jetzt endlich endlich machbar – für die armen Abgezockten Menschen ihr Geld wieder einzufordern – denn viele Scheuen die Kosten eines Gerichtsverfahren und haben häufig das letzte Geld anlegen wollen und sind damit Verarmt, Giuseppe Cavaleri

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | März 26, 2011, 10:07 pm
    • Ich befürchte eher, dass die Bank freigesprochen wird. Gestern allerdings wurde die Bank of America gehackt, viele Daten wurden gestohlen. Das kann hier jederzeit auch passieren….

      Verfasst von sem | März 26, 2011, 10:14 pm

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