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Medien, Politik, Wirtschaft

RWE-Chef Jürgen Großmann Der Verlierer


Was passiert wohl, wenn man einem Energiekonzern das überwiegend nur auf Atomenergie setzt und in absehbarer Zeit klar sein wird, dass AKW’s  nicht mehr gefragt sind? … Dann verliert dieser Energiekonzern seine geschäftliche Grundlage. Also versucht man mit Geld und wirtschaftlichen Mitteln, Druck auf die Politik auszuüben. Merkel hat sich weich klopfen lassen und mit Mappus zuerst die Zustimmung zur Laufzeitverlängerung zu beschliessen. Als dann die große Katastrophe in Japan den Ausblick auf unzumutbare Umstände in den deutschten Kernkraftwerken immer deutlicher wurde, war es gerade dieser Mappus, der bei der Kanzlerin darum bettelte die alten Kernkraftwerke abzuschalten.

Aber halt wir sprechen doch hier von RWE-Chef Jürgen Großmann, richtig, aber das alles oben geschriebene ist miteinander verwoben.

Für Jürgen Großmann läuft es schlecht – und das nicht erst seit der Katastrophe in Fukushima und dem Moratorium. Als er im Oktober 2007 die Führung von RWE übernahm, war er so voller Energie. Doch den alten Kraftprotz hat das Glück verlassen.

Wer in diesen Zeiten für Atomkraft kämpft, kämpft allein: RWE-Chef Jürgen GroßmannWer in diesen Zeiten für Atomkraft kämpft, kämpft allein: RWE-Chef Jürgen Großmann

Wer eins und eins zusammenzählt, der weiß heute schon, wie das Atom-Moratorium enden wird: Einige alte Kernkraftwerke werden stillgelegt, die Laufzeitverlängerung wird zurückgenommen. „Ich möchte gerne glauben, dass das Moratorium ergebnisoffen ist“, sagt der RWE-Chef Jürgen Großmann. Resignation grundiert die Aussage. Die Schlacht ist geschlagen, sie lässt Großmann als Verlierer zurück.

Der Mann hat es schwer seit einiger Zeit. Am 18. März dieses Jahres veröffentlichte Goldman Sachs Global Investment Research einen Vergleich 35 europäischer Energieversorgungsunternehmen. Die Aufforderung an die RWE-Aktionäre war glasklar: Verkaufen! Von allen 35 Versorgern hat RWE die schlechteste Aktienkursperspektive, so Goldman Sachs. Sind auch Aktienanalysten anderer Häuser optimistischer für die Essener, so ändert das nichts an den Zahlen. Binnen eines Jahres verlor das Unternehmen fast ein Drittel seines Wertes, notieren die Analysten. Der große Konkurrent Eon vernichtete nur ein Fünftel des Wertes.

 

 

Quelle: FAZ

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Leitwarte des Atomkraftwerks Lingen mit RWE-Chef Jürgen Grossmann (links) und Gerd Jäger, Vorstand von RWE Power

Der Kursverlust reflektiert drei Tatsachen: RWE lebt mit Atomreaktoren und Braunkohlekraftwerken von zwei Stromquellen, die unter politischem Hochdruck stehen, der Konzern findet im Gasgeschäft schlechte Bedingungen vor und er macht noch nicht genügend Wind.

Cheflobbyist der deutschen Atomwirtschaft

Vorstandsvorsitzende, die mehr Aktienwert verlieren als die Branche, werden zwangsläufig mit der Frage konfrontiert, ob sie ihren Job gut genug machen. Diese Frage stellt sich jetzt ausgerechnet diesem Mann, der in seinem früheren Leben das Unmögliche vollbrachte, als er die Georgsmarienhütte rettete. Großmann reibt sich auf für den Tanker RWE, sagen Leute, die es gut mit ihm meinen. Im Spätherbst hatte ihn das Herz außer Gefecht gesetzt, es gibt zumindest eine zeitliche Koinzidenz mit der Verabschiedung des Energiekonzeptes der Bundesregierung.

Seit dem 26. August 2010 hat Jürgen Großmann eine Rolle, die im Licht der Katastrophe von Fukushima einen Beliebtheitswert südlich von Immobilienmaklern beanspruchen kann: Er gilt als der Cheflobbyist der deutschen Atomwirtschaft. Andere wären dafür auch in Frage gekommen, vor allem der Eon-Chef Johannes Teyssen, der mehr AKWs in seinem Portfolio hat als Großmann.

Aber die passenden Bilder zur Theorie lieferte Großmann. Am 26. August besuchte die Bundeskanzlerin Angela Merkel das Kernkraftwerk Emsland im Städtchen Lingen, es gehört RWE und Eon. Jürgen Großmann begleitete die Politikerin, nahm sie unter den blauen RWE-Schirm, als es nieselte, ließ sich gemeinsam mit ihr die Steuerung des Reaktors präsentieren. Die Kanzlerin sollte wenige Wochen später das Energiekonzept der Bundesregierung vorlegen, das unter anderem das Leben der deutschen Kernkraftwerke um ein paar Jahre verlängerte. >>> FAZ

 

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