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Gesellschaft, Politik

Geheimdienste – Al-Qaida mischt in Libyen mit


Westliche Geheimdienste befürchten, dass das Terrornetzwerk al-Qaida die Situation in Libyen für seine Zwecke ausnutzen und einen islamistischen Gottesstaat errichten will.

Die islamistische Terrororganisation al-Qaida mischt nach Angaben von Vertretern westlicher Geheimdienste in den unübersichtlichen kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen immer mehr mit. „Die Terroristen versuchen das Geschehen für ihre Vorstellungen zu nutzen. Sie wollen dafür sorgen, dass der Westen nach dem Irak und Afghanistan in einen dritten gefährlichen Kriegsschauplatz verwickelt wird“, sagte ein CIA-Angehöriger. Ähnlich beurteilten Geheimdienstkreise in Berlin die Situation angesichts der Entwicklungen in Libyen.

Diese Waffen setzt die Nato in Libyen ein

Tarnkappenbomber tankt in der Luft
FOTO: DPA/DPADie USA haben das Kommando für die Luftangriffe an die Nato übergeben. Allerdings beteiligen sie sich weiterhin mit ihren High-Tech-Waffen. So kamen drei B-2-Tarnkappenbomber zum Einsatz.

Die Geheimdienstler brachten es auf die Formel: „Die Rebellen in Libyen wollen den Diktator Muammar al-Gaddafi und sein Regime stürzen. Al-Qaida will weiter in Nordafrika Fuß fassen und irgendwie der Errichtung eines islamistischen Gottesstaates näherkommen“. In Washington geht die Angst um, dass sich auch unter den Gegnern von Gaddafi eine Anzahl von al-Qaida-Kämpfern befindet.

Zurückhaltung bei Waffenlieferungen

Einen „vagen Hinweis“ gegenüber Kongressabgeordneten gaben am letzten Mittwoch US-Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates sowie Generalstabschef Mike Mullen. Sie erklärten, es sehe nicht danach aus, „dass die Islamisten in größerer Zahl die Finger im Spiel haben“.

Auch der Nato-Oberkommandierende James Stavridis hatte wissen lassen, dass der „begründete Verdacht besteht, dass auch unter den Aufständischen al-Qaida-Kämpfer sind“. Die von Washington und London eingesetzten Geheimagenten der CIA und des britischen Auslandsdienstes MI6 sollen neben ihren Erkundungseinsätzen über die militärischen Fähigkeiten der Rebellen und der Gaddafi-Truppen ebenfalls das Einsickern von al-Qaida-Leuten auf beiden Seiten untersuchen. „Wir blicken weder bei den Aufständischen und noch weniger bei den Gaddafi-Getreuen wirklich durch“, sagte ein CIA-Mann.

Die Zurückhaltung des Westens bei möglichen Waffenlieferungen an die libyschen Rebellen erklärten die Geheimdienstler mit dem Hinweis auf Erkenntnisse der Nato.

Offiziere der westlichen Allianz, die jetzt das Kommando beim Vorgehen gegen Gaddafi hat, meinten, es sei erwiesen, dass sich inzwischen Angehörige von al-Qaida auch unter die libyschen Widerstandskämpfer gemischt haben. Es gibt nach Darstellung der Geheimdienstler „klare Hinweise“, dass die Terrororganisation von Osama bin Laden versucht, sich für die Zeit nach Gaddafi in Libyen zu etablieren. Den revoltierenden Bürgern in den arabischen Staaten würde das bei ihren Bemühungen um die Einführung demokratischer Verhältnisse „natürlich diametral entgegenlaufen“.

Blatt könnte sich für Gaddafi schnell wenden

Die Soldaten von Gaddafi haben zwar nach wie vor die Oberhand bei den schweren Auseinandersetzungen in Libyen. Aber das Blatt könnte sich durch bislang nicht voraussehbare Entwicklungen „schnell wenden“, war aus CIA-Kreisen in Washington zu erfahren. Westliche Kampfjets und Marschflugkörper haben bereits Vororte und Waffendepots der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen. „Das ist für Gaddafi ein neuralgischer Punkt“, berichteten Nato-Offiziere. Wenn er in seiner Residenzstadt in Bedrängnis geraten würde, sei zu erwarten, dass Gaddafi „zum Schlimmsten greift, nämlich zum Einsatz von Giftgas“ auch gegen die eigene Bevölkerung, „um alles platt zu machen „

Der zurückgetretene libysche Justizminister Mustafa Abdel Dschalil hatte im arabischen Sender Al-Dschasira gewarnt, dass Gaddafi, falls er in die Enge getrieben werde, nicht zögern wird, auch chemische Waffen einzusetzen. Er würde über ein entsprechendes Arsenal verfügen. „Wenn Gaddafi zum Schluss wirklich unter Druck gerät, ist er zu allem fähig. Er wird nur verbrannte Erde hinterlassen“, hatte Dschalil betont.

Dass ein Diktator vor einem solchen Einsatz nicht zurückschreckt, hatte der irakische Machthaber Saddam Hussein am 16. März 1988 bewiesen. Gegen die meuternden Kurden im Nordirak ging er mit Senfgas und dem Nervengift Tabun vor. Binnen weniger Minuten starben qualvoll über 5000 Menschen, darunter viele Kinder. Die Mehrzahl der 60.000 Einwohner der Stadt Halabdscha erlitt bleibende gesundheitliche Schäden. >>> Welt Online

 

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