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Anonymous, Medien, Netzwelt

Netz-Angriff der Namenlosen


Unter dem Namen Anonymous attackieren Internet-Aktivisten Firmen-Websites und Regierungen. Wer steckt hinter dieser neuen Form des politischen Protests?

Demonstrationen, Blockaden, Lichterketten – es gibt viele Formen des politischen Protests. Doch was sich vor einigen Wochen im Internet abspielte, hatte mehr mit einem Action-Computerspiel zu tun als mit den traditionellen Formen des zivilen Ungehorsams: »Let’s bomb the fuck out of them!«, tönte es durch die Kanäle von IRC, einem altmodisch anmutenden Chat-Forums ohne Bilder und schicke Oberflächen. Feuer solle herabregnen, hackte ein anderer in seine Tastatur, und Sekunden später folgte die Zielansprache: »Target is Mastercard«. Wie ein wütender Bienenschwarm attackierten Internet-Protestler die Websites von Kreditkartenfirmen. Die Unternehmen hatten aus politischen Gründen die Zusammenarbeit mit WikiLeaks gestoppt und Gelder eingefroren. Die Aktivisten wollten nun ihrem Helden Julian Assange zur Seite springen, für die Freiheit der Information kämpfen – und es einmal richtig krachen lassen. Alle hatten sich deshalb eine spezielle Software heruntergeladen, die Low Orbit Ion Cannon. Deren Bedienung ist einfach: Internetadresse des Ziels eingeben, einen grimmigen Kommentar dazutippen und entscheiden, ob der Angriff einzeln oder im koordinierten Schwarm-Modus erfolgen soll. Die Websites von Visa und Mastercard hielten dieser DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service, das koordinierte Lahmlegen eines Datendienstes) durch gezielte Anfragen nicht lange stand und kollabierten. Der Name der Gruppe, die sich hinter diesen Attacken verbirgt: Anonymous.

Doch wer steckt hinter Anonymous? Der 16-jährige Computer-Nerd von gegenüber, die frustrierte Hausfrau von nebenan? Man muss kein Hacker oder Computerexperte sein, um an den Operationen teilzunehmen. Wer die Revolutionen in Tunesien, Ägypten und Libyen in den Medien verfolgt, entwickelt schnell den Wunsch, zu helfen – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Und in den einschlägigen Foren von Anonymous gibt es immer etwas zu tun: Überlebensführer für Bürger in einer Revolution wollen verfasst und ins Arabische übersetzt werden. Und irgendjemand muss den Libyern erklären, wie man Videos editiert und auf YouTube lädt. Attacken auf die Websites despotischer Regimes finden ebenfalls statt. Ein großer Teil der Klientel von Anonymous liebt es offensichtlich, einfach mal die iranische Regierung anzugreifen, zumindest deren Präsenz im Netz. Die Überzeugung, dass Politik Spaß machen muss, wird bei Anonymous großgeschrieben: We did it for the lulz – »Wir haben es aus Schadenfreude getan« – ist ein beliebtes Motto.

Wann genau Anonymous zu einem Internet-Phänomen wurde, ist schwer zu sagen. Die Wurzeln liegen auf dubiosen Websites wie 4Chan, einer Mischung aus Pirateninsel und Internetforum. »Die Welt von 4Chan ist dunkel und seltsam, wie das Innenleben eines verwirrten Provinz-Teenagers um 3 Uhr morgens«, schreibt Spiegel Online treffend. Kaum jemand macht sich hier die Mühe, ein eigenes Pseudonym zu wählen, fast jeder heißt »Anonymous«. Anfang 2008 erreichte die Bewegung erstmals eine globale Öffentlichkeit: Ein Interview mit Tom Cruise aus dem Propaganda-Fundus von Scientology war illegal auf YouTube gepostet worden und musste auf Betreiben der Sekte wieder entfernt werden. Der Anonymous-Schwarm erkannte darin einen Verstoß gegen die Informationsfreiheit und erklärte Scientology in einem dramatischen Video den Krieg. Unterlegt von unheimlichem Heulen, bebildert mit schnell vorüberziehenden Wolken, drohte eine überhebliche Computerstimme, man werde die Sekte zerstören: »zum Wohl eurer Anhänger, zum Wohl der Menschheit und zu unserem eigenen Vergnügen«. Weiterlesen bei Zeit Online

Mangelnde Recherche birgt oft die Gefahr Anonymous in eine Nische mit Terroristen und pubertierende Kinder zu pressen. Trotz aller Bemühungen von Anonymous ein klares Bild von dem was sie tun und wer sie sind zu geben, machen sich die meisten etablierten Journalisten nicht die Mühe  Anonymous tiefgreifender zu durchleuchten. Deshalb haben einige in Zusammenarbeit ein Wiki für Anonymous aufgebaut.

HInter Anonymous verbergen sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Klassen und in allen Altersstufen. Sie kennen keine Grenzen und operieren in verschiedenen Regionen dieser Welt. Projekte werden aufgebaut und wieder verworfen, Seiten erstellt und wieder gelöscht. Jeder der eine Idee hat, kann sie überall offen legen und diejenigen die sich von dieser Idee begeistern lassen machen mit.

Die Masken sind notwendig um sich und seine Familie vor Scientologen zu schützen. Wer Kenntnisse von der Materie und von Scientology hat, kann Bestätigen mit welchen Mitteln, Scientologen versuchen ihre Gegner zum Schweigen zu bringen. Wer weiter darüber informiert werden will, kann bei dem Projekt Chanology nachschlagen und einen Blick bei WhyWeProtest werfen. Hier bekommt man alle Informationen über Scientology und deren dubiosen Geschäfte und Machenschaften.

Der zweite Punkt ist der Schwerpunkt den die Menschen hinter Anonymous für sich selbst festlegen. Während Informationen über Scientology im oberen Absatz zu finden sind, gibt es einen zweiten Schwerpunkt der sich mehr dem Protest im Internet widmet. DDos-Attacken als digitale Demonstration, Unterstützung und Hilfe gegen Zensur bis hin zu Informationsbeschaffung, Weiterleitung und Unterstützung bei Staaten wo Menschen unterdrückt werden, wie es gerade in den afrikanischen und arabischen Staaten der Fall ist. Menschen die sich dieser Sache widmen werden zwangsläufig zu AnonOps und WhyWeFight geführt.

@Anonymous

Hier werden die verschiedenen Operationen geplant, diskutiert und gemeinsam durchgeführt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle wie viele sich daran beteiligen sondern mit welchem Enthusiasmus jeder einzelne dabei ist. Der Fall Sony hat sehr viele bewegt und es bildeten sich zwei Lager, die Befürworter des Angriffs sowie die Gegner. Es wurde heftig diskutiert und es wurden auch Fehler gemacht. Warum auch nicht, niemand ist vollkommen und am Ende hat man sich dafür bekannt und die Angriffe gegen das PSX-Netzwerk eingestellt. Die eigentliche Aktion jedoch, wurde nicht aufgegeben. Auch diese Details bleiben den Journalisten entweder verborgen oder werden bewusst nicht offen gelegt. Was sehr schade ist, denn die Menschen hinter Anonymous verbergen ihre Informationen nicht und versuchen so gut wie möglich eine gewisse Transparenz für alle zu geben. Das einzige was sie verbergen ist die eigene Identität. Denn sie werden von Regierungen – insbesondere der USA – wie Tiere gejagt und das ist traurig. Offensichtlich können sie diese Bewegung nicht einordnen und haben Schwierigkeiten damit umzugehen.

Der virtuelle Protest aus dem Netz materialisiert sich eben manchmal auch auf der Straße.

Bei einer tiefgreifenderen Recherche, würde der Autor schnell herausfinden, dass jeden Monat (besonders gegen Scientology) Demonstrationen auf der Straße in allen Ländern stattfinden, wenn sich genug dafür Melden.

Neben Chanology und Anonops gibt es sehr viele Untergruppen die sich Anonymous anschließen. Diese sind quasi das Salz in der Suppe. Sie verkörpern die Art von Menschen die Programme schreiben wie das LOIC und andere, die tiefgreifende Kenntnisse der Kommunikationsprotokolle, Web-Entwicklung und viele weitere Eigenschaften besitzen die von keinem sog. Fachmann erreicht werden können. Sie sind es, die Equipment zur Verfügung stellen, Menschen von Angriffen verbergen und dabei helfen, dass Informationen reibungslos weitergeleitet werden. Wikileaks ist ein gutes Beispiel das in kürzester Zeit tausende von Spiegelserver (Server mit gleichem Inhalt) von Wikileaks erstellt wurden. Somit macht es jeder Verfolgungsbehörde dieser Welt unmöglich, Wikileaks jemals Abschalten zu können.

Diese sog. Cyber-Army hat nichts mit Terrorismus zu tun. Vor allem werden Aktionen friedlich und gewaltlos durchgeführt. Über diese Untergruppen möchte ich nicht näher eingehen, wer regelmäßig meinen Blog liest bekommt auch diese Informationen in regelmäßigen Abständen serviert.

Als ganzes kann man den Begriff Hacker verwenden der nichts mit Gut oder Böse zu tun hat. Von „Hacken“ spricht man nicht nur, wenn man Sicherheitsmaßmechanismen umgeht und Informationen entwendet, Als Hacken kann man auch z.B. die Neukonfiguration einer Hardware bezeichnen. Wenn jemand einen vorhanden Quellcode verbessert, wird auch von hacken gesprochen. Wie gesagt, hacken ist weder Gut noch Böse, nur der Mensch der solche Techniken verwendet, kann auf eine der beiden Seiten tendieren. Es gibt auch welche, die sich beiden Seiten widmen. Aber lassen wir das einfach mal so stehen.

Zum Ausdruck ein „wütender Bienenschwarm“ kann ich nur sagen, dass dieser Ausdruck eindeutig falsch ist. Viele bei Anonymous haben sehr wenig Erfahrung über Programmierung und die Verwendung spezieller Software. Allerdings machen das viele was sie sehr daran interessiert sind was in der Welt des Internets geschieht, weil sie aber auch Spaß haben mit anderen solche Aktionen gemeinsam durchführen. Vieles wird in IRC-Channel besprochen dieser Art von Kommunikation die im obigen Artikel als „ohne Bildchen und Altmodisch“ dargestellt wird, zeigt wie wenig der Autor Kenntnis von solchen Medien besitzt.

4chan wird vom Autor als ein „dubioser Ort“ in der dunklen Seite des Internets bezeichnet. Dabei ist 4chan aus der Idee entstanden als eine öffentliche Pinnwand im Internet wo jeder seine Inhalte Anonym rein stellen kann hier eine kleine Auswahl.

Was ein wenig an Bubenstreiche erinnert, ist aber strafbar. Selbst wenn keine Daten entwendet werden, gelten zum Beispiel DDoS-Attacken auch in Deutschland als Computersabotage und somit als Straftat.

Achja, dann müsste jede Seite die ich Besuche als ein Angriff gelten. Wenn es also für den gemeinen Bürger der eine Seite besucht völlig Legitim ist, gelten also mehrere zehntausende Besucher gleichzeitig als Strafbar. Vielleicht sollte hier etwas mehr Hirn eingesetzt werden….

Im Artikel spricht man von einen führerlosen Haufen der keine feste Struktur besitzt und im gleichem Absatz wird der Ausdruck Organisation verwendet – ein Widerspruch. Wenn ich mir die Tags anschaue, fällt mir vor allem das Wort „Computerkriminalität“ auf. Somit hat der Autor, Anonymous bereits im Vorfeld seines Artikels als schlecht kategorisiert. Ich könnte jetzt mit einem offenen Ende weitere Argumente bringen, allerdings hebe ich mir noch einiges für andere Artikel auf😉

Fazit: Ich würde mir Wünschen, dass Journalisten und Medien sich mehr mit den Menschen als mit einem Begriff den sie wahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr verstehen werden, auseinander zu setzen. Sich im Chat mit den Leuten zu Unterhalten und wenn möglich auch anonym Informationen auszutauschen. Das traurige daran ist, dass der Artikel vieles nur „anreist“ und der Autor nicht den Versuch gestartet hat, mal unter der Oberfläche zu schauen.

Diskussionen

2 Gedanken zu “Netz-Angriff der Namenlosen

  1. Ich las in den frühen 80igern Dianetik von Hubbard und danach Illuminatus (RAW), Bob Wilson warnte in einen seiner Bücher sehr eindrücklich vor der Sekte, welches Buch weiß ich nicht mehr genau, ich denke es war in den Illuminatus Papiere oder im Cosmic Trigger,Giuseppe Cavaleri

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | April 17, 2011, 12:35 am

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  1. Pingback: Wundermenschen? - Mai 1, 2011

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