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Anonymous, Bildung, Cybercrime, Datenschutz, Forschung, Lebensstil, Netzwelt, Politik, Security, Umwelt, Wirtschaft

Datenschutz, Sicherheit und Freiheit – eine Begriffsbestimmung


Von sem, 25.04.2011

Datenschutz und Sicherheit

Ich kann mich noch an meiner jungen Zeit erinnern, wo Nachbarn ihre Hausschlüssel im Schloss hängen ließen.  Freunde waren gerne Willkommen und man hatte nichts zu verbergen.

News machten oft schnell die Runde, jeder kannte den anderen und dessen Lebensweise bis hin zu seinen persönlichen Vorlieben, sein Handeln und seine Interessen. Niemand verschwendete einen Gedanken daran war wäre wenn, oder anderes gesagt die Bedeutung und Weitergabe von Informationen hatte zwar einen hohen Stellenwert, beunruhigte aber niemanden – auch wenn es einen selbst betraf.

Datenschutz und Sicherheit waren und sind immer noch miteinander verbunden und haben heute einen Punkt erreicht, vom dem ich glaube das es für eine Gesellschaft eher negative Wirkung hat.

Seit meiner Jugend hat sich technologisch aber auch gesellschaftlich eine Menge getan. Die intensive Nutzung des Internets – bis auf ein paar Ausnahmen, Kommunikation von und an jedem Punkt der Erde über Handy, soziale Netzwerke, Chaträume uvm.  Sind zu einem Quasi-Standard geworden das von der Gesellschaft akzeptiert wurde.  Gleichzeitig wird bewährtes wie z.B. der Postbrief stillschweigend abgeschafft.

Das schafft viele Möglichkeiten und birgt aber auch gleichzeitig viele Gefahren den man ausgesetzt ist. Ich glaube, dass finanzielle Interessen, eine übermäßig und pervers sich entwickelnde Kommerzialisierung  dazu beitragen, dass der Stand einer Gesellschaft menschlich abnimmt.

Politisch gesehen wird der Datenschutz und die Sicherheit dermaßen übertrieben, dass es zu Fehleinschätzung und Fehlverhalten kommt. Klar, das in eine sich globalisierende Gesellschaft auch diejenigen Melden, die sich ungerecht behandelt fühlen und entsprechend mit Gewalt vorgehen.

Dadurch wird die Regierung dazu gezwungen mit immer schärferen Maßnahmen dieser Bedrohung entgegen zu wirken. Das hat aber zur Folge, dass eine Gesellschaft in ihrer Entwicklung abgewürgt wird. Misstrauen wächst, und Informationen werden nur zögerlich – wenn überhaupt – weitergegen.

Genauso verhält es sich mit der Sicherheit:  Für Kinder werden Möglichkeiten geschaffen sich zu entfalten, dabei werden auf bestimmten Orten kindergerechte Einrichtungen wie z.B. Spielplätze, Jugendräume etc, errichtet. Im ersten Augenblick ist das eine gute Idee, aber ich habe nur selten gesehen, dass sich mal Kinder einfach auf die nächst gelegener Grünfläche begeben haben, ohne dass gleich der Nachbar mit Anzeige droht. Das natürliche Verhalten eines Menschen wird durch kontrollierten Verweis auf bestimmte Orte einer Stadt übertragen. Die Natur gerät immer mehr im Hintergrund und vor allem dessen Bedeutung für das menschliche Leben.

toomuchcookies.net

Auch aus technischer Sicht wird der menschliche Körper durch gesetzliche Maßnahmen in einem unnatürlichen Korsett gesteckt. Das ein Kind oder Jugendlicher sich weniger Gedanken über die Sicherheit macht, ist es schon vernünftig einige Regeln aufzustellen. Warum muss das aber auch für einen Erwachsenen gelten?  Denn schließlich obliegt jeder seiner eigenen Verantwortung.

Die Sicherheit gilt nicht nur im Alltag, sondern breitet sich selbstverständlich auch auf die elektronischen Medien aus. Gerade hier findet derzeit eine heftige Debatte statt die von der ich glaube der Bürger deutlich in seiner Informations- und Auskunftsfreiheit beschnitten wird.

Trotz vieler Angebote im Netz ist es nicht so wie bei meinen bekannten Fachhändler in der Nähe. Diesen kenne ich persönlich und kann ihm beruhigt meine Daten überlassen ohne Gefahr laufen zu müssen, dass sie veräußert werden – obwohl das in größeren Unternehmen bereits geschieht.

Dieses Vertrauen kann man nicht mit in das Netz nehmen, denn man kennt die Menschen auf der anderen Seite der Leitung nicht und man handelt deshalb unentschlossen oder  lässt eine Transaktion gar nicht erst zustande kommen.  Der Grund für das alles liegt ausschließlich in den negativen Schlagzeilen die täglich auf uns einwirken. Deshalb herrscht ein großes Misstrauen wenn man mit elektronischen Medien zu tun hat.

Ein weiterer Grund den ich oben bereits kurz angesprochen habe, ist die Kommerzialisierung  die  nach meiner Sicht den Markt völlig überschwemmt hat. Überall wo man hinblickt wird geboten, gefeilscht und gehandelt was das Zeug hergibt. Viele würden jetzt sagen, dass das eben die Gesetzmäßigkeit einer demokratischen Marktwirtschaft ist, die nur so funktionieren kann. Dem Stimme ich nur bedingt zu.  Nehmen wir z.B. den Weihnachtsmarkt, mir ist aufgefallen das die Weihnachtstände sich seit Jahren nicht verändert haben. Immer das gleiche Angebot am gleichen Platz. Zudem wird die Anzahl gleicher Artikel verdoppelt, wenn nicht verdreifacht. Eine besinnliche Stimmung kommt da nicht mehr zustande.  Natürlich gibt es hier und da Märkte,  die nicht so übertreiben. Das sind vor allem die Märkte in den kleinen Städten.

Dieses Überangebot findet nicht nur beim Weihnachtsmarkt statt, sondern zieht sich über die gesamte Wirtschaft. Besonders große Unternehmen haben sich zu einer Geldmaschine entwickelt die den kleinen und mittelständischen Unternehmen kaum eine Chance lassen.

toonpool.com

Politisch hat sich die Sicherheit und der Datenschutz zu einem Stellenwert entwickelt der jeden einzelnen Bürger dazu nötigt, alles von sich preisgeben zu müssen. Die Regierungen verlangen also, dass jeder einzelne alle persönlichen Informationen, Vorlieben und täglichen Aktivitäten den Menschen in der Politik offenlegt. Das geschieht über zentrale Stellen, die Aufzeichnung durch mobile Geräte (Handy) und die Sammlung von Daten die normalerweise in der Regierung nicht zu suchen haben siehe auch Zensus  2011.

Der Bürger hat aber von dieser Offenlegung keine Möglichkeit sich selbst so freizügig informieren zu dürfen. Genauer gesagt, wir müssen alles was die Regierung will preisgeben. Tun wir das nicht, müssen wir mit Konsequenzen rechnen – in den meisten Fällen mit Geldstrafen. Uns ist es aber nicht erlaubt, alle Informationen die wir haben möchten von der Regierung zu beschaffen.

Nicht nur bei der Informationsbeschaffung hat die Regierung die Nase vorn. Sie gewähren wirtschaftlichen Unternehmen die Freiheit dasselbe zu tun.  Es wird also mit zweierlei Maß gemessen, wo die eine Seite alles haben darf (Politik, Wirtschaft) und die andere Seite nichts haben darf (das Volk, der Bürger). Aus dieser Ungerechtigkeit heraus haben sich verschiedene Institutionen gebildet wie die FoeBud e.V. ,  Ak-Zensur  und Vorratsdatenspeicherung die euch mit geeigneten Informationen auf dem Laufenden halten.  Auf elektronischem Wege haben sich besonders der Chaos Computer Club dessen Mitglied ich bin und der lose Zusammenschluss Anonymous, sowie viele Untergruppen als hervorragende Quellen gebildet, die sich für die freie Meinungsäußerung  und freie Weitergabe von Informationen einsetzen.  Ich kann euch nur den Rat geben: Nutzt diese Quellen und arbeitet mit daran das Politik und Volk miteinander funktionieren.

Freiheit

Der Begriff Freiheit und die Bedeutung dessen, wird von jedem einzelnen anders Verstanden. Was ist nun genau die Freiheit und wie integrierbar ist diese in unserer Gesellschaft?

Ich verstehe die Freiheit so, alles zu tun ohne Konsequenzen dritter rechnen zu müssen. Sicherlich, wenn ich jemanden ins Gesicht schlage muss ich mit der Konsequenz rechnen, das der-/diejenige das mit mir auch tut. Das war’s auch schon, keine weitere Strafe die mich erwarten würde.

Unter dieser Definition der Freiheit bin ich in der Lage mir alles zu nehmen was mir gerade beliebt und habe keine Befürchtungen das mich jemand durch mein Handeln zur Rede stellt, ausgenommen wieder die beteiligten untereinander.

Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel verstanden als die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt allgemein einen Zustand der Autonomie eines handelnden Subjekts. >>>  Wikipedia

1. Begriff: Freiheit bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, aus eigenem Willen Entscheidungen zu treffen.

a) Im streng theoretischen, naturwissenschaftlichen Sinn meint Freiheit, dass der Mensch über die Fähigkeit verfügt, aus eigenem Willen neue Kausalitätsketten ins Werk zu setzen, also Willensfreiheit.

b) Man unterscheidet in der praktischen Philosophie zwischen der negativen Freiheit, der Freiheit von etwas, und der positiven Freiheit, der Freiheit zu etwas: Die erstere steht im Mittelpunkt des klassischen Liberalismus und kennzeichnet sich durch die Abwesenheit von äußeren Zwängen, während letztere in den Begriff des Vermögens bzw. der (Handlungs-)Macht übergeht, d.h. die Freiheit faktisch durch den einzelnen auch genutzt werden kann, was entsprechende Bedingungen (Ressourcen, Institutionen etc.) voraussetzt.

c) Unter der politischen Freiheit versteht man ein Bündel politischer Mitbestimmungsrechte, wie sie in der Demokratie üblich sind.

d) Unter bürgerlicher, rechtlicher inkl. wirtschaftlicher Freiheit versteht man den gesetzlich garantierten Handlungsfreiraum der „Person” im Sinn des Zivilrechts.

e) Formale Freiheit, materiale Freiheit: Ordnungsökonomik.

2. Bedeutung: Freiheit gehört zu den Grundbegriffen der Ethik. Nur unter Voraussetzung von Freiheit kann es gutes und böses Handeln, moralische Verdienste, Schuld und Verantwortung geben.

3. Es sollen zwei Konzeptionen von Freiheit paradigmatisch dargestellt werden: a) Individuelle Freiheit als Voraussetzung gesellschaftlicher Prozesse: Dieses Verständnis von Freiheit lässt sich auf Locke – bzw. dessen Epigonen im Liberalismus – zurückführen. Es schreibt dem Menschen als Menschen vorgesellschaftliche Freiheitsrechte zu, die vor dem Eingriff der anderen zu schützen sind. Die Mitmenschen, die Gesellschaft und der Staat, kommen paradigmatisch als Bedrohung der individuellen Freiheit ins Spiel. Das „Eigentum” i.w.S. spielt eine zentrale Rolle: Jede Veränderung der Verfügungsrechte (Property Rights) wird tendenziell als Verletzung der individuellen Freiheit interpretiert. Im internationalen Kontext werden Grundrechte, d.h. Menschenrechte i.d.R. in dieser Form aufgefasst.

b) Individuelle Freiheit als Resultat gesellschaftlicher Prozesse: Das zweite Paradigma macht geltend, dass individuelle Freiheit nur im Gesellschaftszustand Realität gewinnt. Im vorgesellschaftlichen Zustand ist das Leben für Hobbes „Solitary, Poor, Nasty, Brutish and Short”, es ist ein „Krieg aller gegen alle”. Individuelle Freiheit wird erst durch die Etablierung von Verfassung, Recht etc., also durch kollektives Handeln, hervorgebracht und entwickelt. Auch wenn Hobbes in eine totalitäre Lösung abgleitet, ist sein Ansatz konzeptionell liberal, ohne dass er starke naturrechtliche Behauptungen in Anspruch nehmen müsste. So kann der Liberale Buchanan ganz in Hobbes’schen Argumentationsbahnen die Entwicklung der individuellen Freiheit, ja sogar die Definition des „Individuums”, aus kollektivem Handeln hervorgehen lassen. Gleichwohl wird die individuelle Freiheit zum Zentralpunkt der Theorie: Sie ist nicht Voraussetzung, sondern letztes Ziel des Gesellschaftsprozesses. Die Mitmenschen erscheinen jetzt als Ermöglichung größerer individueller Freiheit

4. Zwei komplementäre Perspektiven von Freiheit: Obwohl diese Konzeptionen von individueller Freiheit in der Vergangenheit und z.T. auch noch heute als konkurrierend oder gar als unvereinbar verstanden wurden und werden, muss man dies nicht so sehen. Fruchtbarer für die Theoriebildung und die durch Theorie informierten politischen (Reform-)Prozesse ist es, die vermeintlichen Gegensätze methodologisch auf verschiedene Problemstellungen zu beziehen.

a) Das Paradigma der vorgesellschaftlichen Freiheit ist als Konzept ausreichend, wenn die individuelle Freiheit in einer Gesellschaft anerkannt und garantiert ist und es – nur noch – um Fragen der konkreten Auslegung oder aber der politischen Verteidigung dieser Freiheit geht.

b) Das Paradigma der kollektiven Entwicklung individueller Freiheit geht von der Frage aus, wie man Freiheit in Prozessen grundlegenden gesellschaftlichen Wandels verfassungsmäßig festlegen soll. In der neuen weltpolitischen Konstellation nach dem Ende des Kalten Krieges, die intra- und intergesellschaftlich eine grundlegende Neuordnung des institutionellen Rahmens erfordert und die Verfügungsrechte neu definieren muss, geht es um die Frage, wie die neue Ordnung zu gestalten ist, so dass als Resultat ein Mehr an individueller Freiheit für alle daraus hervorgehen kann. Erst beide Perspektiven zusammen werden der individuellen Freiheit gerecht.  >>> Wirtschaftslexikon

geocaching.com

Ihr seht also dass die Freiheit jeweils unterschiedliche Interpretationen zwischen dem allgemeinen, der Wirtschaft und Politik zulässt.

Eine Zügellose Freiheit – also die Freiheit alles tun zu dürfen – kann in einer funktionierenden Gesellschaft nicht bestehen. Es bedarf einiger Regeln um das Leben miteinander in großen Menschenmassen gewährleisten zu können. Dafür hat man Gesetze geschaffen, die genauestens festlegen sollen, was einer darf und wie weit die jeweilige Person in ihrem  Handeln gehen darf ohne mit eine Bestrafung rechnen zu müssen.

Selbst diese einfache Definition wird in der Politik und  in den verschiedenen Ländern unterschiedlich bewertet. Das führt dazu, dass z.B. jemand im Westen mehr Freiheiten bei bestimmten Dingen eingeräumt werden, während in einem anderen Land dieselben Handlungen unter Strafe gestellt sind.

Weitere Quellen (Zeitraumunabhängig):

Ministerium für Technologie und Außenhandel

Wie aus tradierten Bräuchen stupider Kommerz wird

Ostern ist viel mehr als nur Kommerz

St. Pauli Fans drohen Massiv mit Boykott

Wer Ordnung sät wir Stillstand ernten

PDF Mehr Sicherheit durch den Staat?

Zuviel Sicherheit, zu wenig Freiheit?

Euros sollen Funk-Chip erhalten

Sicherheit und Risiko

PDF Sicherheit, zu viel, zu wenig, zu unsichtbar?

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Datenschutz, Sicherheit und Freiheit – eine Begriffsbestimmung

  1. Cool, zu Information hab ich was von R. A. Wilson (Illuminati Papiere)gefunden : Kommunikation ist nur unter gleichberechtigte Partner möglich. Kommt der Dialog nicht zu Stande und wird der Informationsfluss durch zurückhalten von wichtigen Details unterbrochen, oder gar verhindert, wird sich das auf alle negativ auswirken. Das S.N.A.F.U. Prinzip (Situation Normal all fucked up)

    Verfasst von pinopank1 | April 25, 2011, 5:09 pm

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