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Datenschutz, Netzwelt, Wirtschaft

Facebook-Kampagne gegen Google


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Image by PeTrAfaRkaS via Flickr

In der Internet-Branche geht es inzwischen zu wie in den Abgründen des Politik-Betriebs: Das Online-Netzwerk Facebook hat laut einem US-Bericht zugegeben, eine Medienkampagne gegen den Rivalen Google angezettelt zu haben. Dabei ging es ausgerechnet um den Vorwurf, die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen – ein Feld, auf dem Facebook in den vergangenen Jahren mit eigenen Problemen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Versuch ging nach hinten los, als ein von der renommierten PR-Firma Burson-Marsteller angesprochener Blogger den E-Mail-Wechsel kurzerhand ins Internet stellte. Danach wurde zunächst gerätselt, ob Google-Konkurrenten wie Microsoft oder Apple dahinter steckten. Am Donnerstag schrieb der bekannte Technologie-Journalist Dan Lyons jedoch, ein Facebook-Sprecher habe ihm bestätigt, dass das weltgrößte Online-Netzwerk der Auftraggeber gewesen sei.

Welt Online

– Facebook hat immer wieder gezeigt wie „unwichtig“ private Information für dieses Unternehmen geworden sind. Erst kürzlich tat sich eine Lücke auf die von jedem einsehbar waren. 

– Facebook ist ein beliebtes Angriffsziel für Malware während bei Google die meisten Anwendungen in der Cloud laufen, somit führt ein Angriff auf Google meistens ins Leere. 

– Facebook gibt durch ihre ständig geänderten AGBs, Nutzerdaten ohne vorheriger Rückfrage weiter. Google macht das zwar auch aber mit wesentlich mehr Transparenz. Somit kann man über sein eigenes Konto entsprechende Einstellungen vornehmen und Dienste abschalten.  

– Facebook blockiert zudem ungeliebte Seiten. Ihr Filtersystem wird ständig ausgebaut somit besteht immer die Gefahr, das Nutzer grundlos blockiert oder gelöscht werden. 

– Der Angriff auf Google zeigt vor allem eins: Sie versuchen die an ihr zu Recht erhobene Kritik durch mediale Aufmerksamkeit an Google ihre eigenen Probleme zu vertuschen. Aber auch weil Google in immer mehr durch den eigenen Ausbau (z.B. Google Buzz) in Bereiche von Facebook eindringt.

Manche Dinge gefallen mir bei Google noch nicht aber es hat sich gezeigt, dass Google in den letzten Jahren sich sehr bemüht hat, Datenschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander zu kombinieren.

In seinem Statement bedauert Burson-Marsteller den Auftrag angenommen zu haben, dass Vorgehen der Agentur sei gegen das eigene Geschäftsgebaren gewesen. Ach ja? Wieso diese Aussage im Nachhinein tätigen, wenn man im Vorfeld schon hätte ablehnen können?  So entsteht der Verdacht, das die Menge an Geld welches  für diese Kampagne geflossen ist, Kollateralschäden in Kauf genommen wurden.

Wie aus einem veröffentlichten Mailverkehr zwischen dem Blogger Chris Soghoian und der PR-Agentur Burson-Marsteller hervor geht, wollte die Agentur den Blogger dazu überreden, über Datenschutzprobleme des Google-Features „Social Circle“ zu berichten. Ähnliche Anfragen gingen auch an USA Today und beinhalteten teilweise sogar Ghostwriter, die die Artikel für die kontaktierten Medien angefertigt hätten. Die so lancierten Meldungen hätten sich auf öffentlich zugängliche Informationen berufen sollen, die von weiteren Medien kontrolliert und übernommen werden könnten. Auf diese Weise wäre eine weitere Kampagne zu Datenschutzproblemen bei Google losgetreten worden, die dem Suchmaschinengiganten zu Zeiten, in denen er sich etwa für die Bewegungsdatenerfassung in Android vor dem US-Senat äußern muss, heimgesucht hätte. Vollständiger Bericht bei Computerbase.

Um dem Blogger das Thema schmackhaft zu machen, wurde es von Burson-Marsteller in Aussicht gestellt, dass er mit diesem Beitrag als Op-Ed – als Gastkommentar bei der Washington Post, Politico und Huffington Post landen kann. Doch der Blogger fragte zunächst einmal nach dem wichtigsten Punkt: Wer zahlt für was? Wer ist der Auftraggeber der PR-Agentur?

Die Angabe wurde ihm verweigert, also machte er den Mail-Austausch mit dem PR-Mann öffentlich, was wiederum zu einem der Beitrag der USA Today führte – und damit eine Welle von Folgeberichten auslöste. Facebook, auf den Vorfall angesprochen, reagierte zunächst ausweichend, gestand dann aber ein, der Auftraggeber zu sein. >>> Intern

Ich wünsche mir manchmal mehr Menschen wie Christopher Soghoian, dass würde die komplette Medienlandschaft transparenter und ein wenig glaubwürdiger machen. Somit ist man nicht gezwungen Daten anonym zu veröffentlichen weil man sonst damit Rechnen müsste von Behörden und Polizei verfolgt zu werden.

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