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Lebensstil, Politik, Wirtschaft

Krankenkassen wimmeln Senioren ab


Zuviel, zu groß, es könnte etwas größer sein… Dieser Textabschnitt von Rammstein hat zwar eine völlig andere Bedeutung, trifft bei den deutschen Krankenkassen den Nagel auf den Kopf. Der verschwenderische Umgang mit dem Geld der Kunden zwingt sie jetzt dazu, zu selektieren und nur jene Menschen zu nehmen die auf Dauer nicht Krank werden aber brav ihre Beiträge bezahlen. Erst im April ließ die vereinigte IKK verlauten, keine Zusatzbeiträge für die Kunden einzuziehen. Wirklich? Alles nur heiße Luft. Die „Alten“ und „Kranken“ werden immer mehr ins Abgleis gestellt und widerwillig von den Krankenkassen angenommen. Wenn sie also das Geld nicht brauchen, schön, dann kann ich ja den fälligen Beitrag in meine eigenen Strümpfe packen. Das hat den weiteren Vorteil, dass Arbeitgeber nichts dazu beitragen müssen. Ich weiß, dass ist nicht der „soziale Gedanke“, aber was soll ich bei einer Krankenkasse die mir bereits bei der Aufnahme klar macht das sie mich nicht haben will. Die Schuld liegt aber nicht nur allein bei den Krankenkassen, unnötige und überhöhte Rechnungsstellungen von Ärzten und Krankenhäusern tragen auch dazu bei die Kosten in die Höhe zu treiben.

Fakt ist, dass Fremdausgaben und unnötige Verschwendung von Kundengeldern den Fall der deutschen Krankenkassen in ihrer jetzigen Form beschlossen haben. Jetzt bitte nicht weinen, dass habt ihr euch alles selbst zu zuschreiben. Apropos: Die Höhe des Zusatzbeitrags sollen jetzt die Krankenkassen nach ihrem eigenen Ermessen wählen dürfen. Geringverdiener sollen vom Staat bezuschusst werden. Ob der Zuschuss aber die Höhe des verlangtes Beitrags deckt, ist eine andere Frage. Was ist mit denen die trotz guten Einkommens dennoch diesen Beitrag nicht Zahlen können? – ja so was gibt’s auch!  Soll ich jetzt den Kassen aus  ihrem selbst gemachten Strick aus der Patsche helfen oder was? Die nehmen schon fast ein drittel meinen Gehaltes ein, jetzt soll ich denen mit diesem Zusatzbeitrag den Hintern retten – zum Teufel damit, ihr solltet alle schließen, ohne Neuanfang wird sich die Spirale immer weiter nach oben drehen. -sem

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die Krankenkassen scharf kritisiert, die Versicherte der insolventen City BKK nicht aufnehmen wollen. Es gibt etliche Beschwerden über Kassen, die Alte und Kranke ablehnen. Der Vorsitzende des Pflegerats nennt das Verhalten der Krankenkassen einen Skandal.

Die knapp 170.000 Mitglieder der insolventen City BKK haben Schwierigkeiten, eine neue Krankenkasse zu finden. Alte und kranke Versicherte werden von den anderen Kassen abgewiesen. Rechtlich sind die Kassen verpflichtet, jeden aufzunehmen.

In Berlin und Hamburg, wo die City BKK die meisten Menschen versichert, hat sich die Lage zugespitzt. Die Barmer GEK schloss gestern eine Geschäftsstelle in Hamburg wegen des großen Andrangs. Vor einer Filiale der AOK in Berlin warteten tags zuvor Hunderte Kassenpatienten.

Politik und Aufsichtsbehörden kritisierten die Kassen scharf, die Versicherte abwimmeln. „Dieses Vorgehen der Krankenkassen ist unerhört, und dieses Vorgehen ist rechtswidrig“, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Bahr wollte noch im Laufe des Freitags mit der Chefin des Krankenkassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, telefonieren.

Pfeiffer sagte: „Ich erwarte von jeder gesetzlichen Krankenkasse, dass sie selbstverständlich alle, die bei ihr Mitglied werden möchten, mit offenen Armen aufnimmt.“ Der Chef des Bundesversicherungsamtes, Matthias Gaßner, hat die Chefs der betroffenen Kassen zum Gespräch einbestellt.

Es sei einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft „unwürdig“, die Beratungspflicht zur Abwehr unerwünschter Mitglieder zu missbrauchen, sagte Gaßner. Dies gelte insbesondere für Ratschläge an kranke und pflegebedürftige Versicherte, denen erklärt werde, die Fortsetzung der Versorgung könne problematisch sein.

Empört zeigte sich auch der Vorsitzende des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus. „Es macht mich fassungslos, dass die Krankenkassen Aufnahmesuchende abwimmeln. Das ist zutiefst empörend“, sagte Westerfellhaus unserer Zeitung.

„Dass die Versicherten der City BKK von anderen Kassen das Signal bekommen: ,Für uns sind Sie eine Belastung‘ und dass die Kassen mit Repressalien drohen, wenn die Leute dennoch Mitglied werden wollen, das ist ein Skandal. Er forderte die Politik auf, „alle Mittel einzusetzen, dem einen Riegel vorzuschieben“.

Unterdessen wurde bekannt, dass auch der BKK für Heilberufe Zahlungsunfähigkeit droht. Die Kasse versicherte aber, dass sie keinesfalls in diesem Jahr schließen werde. Die finanziell angeschlagene Vereinigte IKK mit 1,7 Millionen Versicherten wird nach Informationen unserer Redaktion rückwirkend zum 1.4 April einen Zusatzbeitrag von acht Euro nehmen. >>> rp-online

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Krankenkassen wimmeln Senioren ab

  1. Also: eigentlich reichen vier verschiedene — nein.

    Wenn die Versicherung und die von ihr zu erbringenden Leistungen und die dafür abzurechnenden Kosten gesetzlich vorgeschrieben sind, dann reicht eine einzige staatlich geführte Krankenkassse.

    Dann hat da ein Wirtschaftsunternehmen, daß gewinnorientiert arbeiten soll, nichts zu suchen.

    Aber das geht in das Hirn mancher nicht hinein …

    Verfasst von der_emil | Mai 15, 2011, 11:02 am

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