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Gesellschaft, Lebensstil, Politik, Revolution

Proteste in Spanien Für die Regierung zeichnet sich ein Debakel ab


Über Jahre hat sich der Ärger aufgestaut. Nun wird Spanien Zeuge eine bis dato beispiellosen Protestwelle. Auch am Sonntag, dem Tag der Regional- und Kommunalwahlen, harrten trotz Verbots Tausende aus. Den regierenden Sozialisten droht eine verheerene Niederlage.

Bei den Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag mussten sie ersten Teilergebnissen zufolge heftige Verluste hinnehmen. Wie die Wahlkommission nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmen am Sonntagabend mitteilte, kam die Partei von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero landesweit nur auf knapp 28 Prozent der Stimmen. Das waren sieben Prozentpunkte weniger als noch bei den Kommunalwahlen 2007. Für die oppositionellen Konservativen dagegen votierten 36 Prozent der Wähler.

Gegen die Sparpolitik Zapateros waren vor dem Urnengang tagelang trotz eines Verbots zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Es wurde mit einer geringen Wahlbeteiligung und einem guten Abschneiden kleinerer Parteien gerechnet.

Ungeachtet eines Demonstrationsverbots, das einen reibungslosen Ablauf des Urnengangs gewährleisten sollte, gingen am Wochenende landesweit zehntausende Menschen auf die Straße. Auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid harrten auch am Sonntag Demonstranten aus. Dorthin waren am Vorabend erneut tausende Demonstranten geströmt, um ihrer Verärgerung über die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes Ausdruck zu verleihen.

„Bis es einen Wandel gibt“

„Dieser Protest ist wichtig, denn hier wusste bislang keiner, dass wir zu so etwas in der Lage sind“, sagte die 20-jährige Studentin Julia Estefania aus Toledo im Protestcamp auf der Puerta del Sol. „Ich werde bleiben, bis es einen Wandel gibt“, verkündete die junge Ingenieurin Ana Rodriguez, die seit zwei Jahren arbeitslos ist. Mehr als jeder fünfte Spanier ist derzeit ohne Job, bei den unter 25-Jährigen ist es fast jeder zweite.

Landesweit gingen am Vorabend der Wahl rund 60.000 Menschen gegen die in ihren Augen verfehlte Wirtschaftspolitik auf die Straßen. Proteste gab es auch in Barcelona, Valencia und auf der Ferieninsel Mallorca. Die Demonstranten zeigten sich entschlossen, ihren Protest auch nach den Wahlen fortzusetzen. „Wir wollen weitermachen“, sagte Angela Cartagena, eine Sprecherin der Organisatoren. Am Sonntag sollte über das weitere Vorgehen beraten werden.

Jugendliche stehen vor dem Nichts

Vor allem aus Wut über die Perspektivlosigkeit für junge Menschen hatte sich die Protestbewegung vergangene Woche gebildet. Allerdings hatte sich wegen der großen Unzufriedenheit mit dem Sparkurs der Regierung schon vor den ersten Demonstrationen eine Niederlage der Sozialisten bei den Wahlen abgezeichnet. Diese könnte nun aber noch schlimmer ausfallen: Viele Demonstranten wollten entweder kleineren Parteien ihre Stimme geben oder gar nicht erst wählen.

Rund 35 Millionen Wähler waren aufgerufen, ihre Bürgermeister, Gemeinderäte und 13 der 17 Regionalparlamente neu zu bestimmen. Umfragen zufolge kommen die Sozialisten in keiner der Regionen auf eine absolute Mehrheit. Dafür verlieren sie wahrscheinlich selbst ihre Hochburgen Barcelona, Sevilla und die Region Kastilien-La Mancha. Das seit 32 Jahren von Sozialisten regierte Barcelona dürfte demnach an das nationalistische Bündnis Convergencia i Unio (CiU) gehen.

Die Abstimmungen galten als Stimmungstest für die Parlamentswahl in zehn Monaten. Zapatero will sich bei dem Urnengang im März nicht um eine dritte Amtszeit bewerben. Als mögliche Kandidaten der Sozialisten gelten bisher Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba und die junge Verteidigungsministerin Carme Chacón.

http://www.rp-online.de/politik/ausland/Fuer-die-Regierung-zeichnet-sich-ein-Debakel-ab_aid_1001189.html

Kommentar: Den Politikern gehen so langsam die Argumente aus. Das Volk lässt sich nur für eine gewisse Zeit belügen, dann geht das Pulverfaß nämlich hoch. Die Probleme die in Spanien auftreten sind die gleichen die auch in anderen Ländern bestand haben. Besonders zwei Punkte sind hier hervorzuheben die alle europäischen Länder gemeinsam haben: Wirtschaftkrise und die perpektivlosigkeit junger Menschen. Das sind zwei Grundpfeiler die den Aufstieg oder Niedergang der politischen Führung herbeiführen können. Vor allem die jungen Menschen mit weniger guten Ergebnissen in der Schule/Uni werden mittlerweile achtlos beiseite geschoben. Auch in Deutschland beginnt der Aufbau einer Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Bildung. Während die gymnasialen Schulen einen uneingeschränkten Vertrauensbeweis der Regierung erhalten, werden Realschulen und Hauptschulen zusammengelegt. Man übersieht aber dabei, dass Personalchefs gerade hier eine bessere Trennung durchführen können. Somit bleiben viele die in einer Gesamtschule ihre Ausbildungslaufbahn erhalten haben auf der Strecke – davon bin ich fest überzeugt. Die „kleine“ Revolution in Spanien wird sicher auch andere Länder motiviert haben. Ich bin gespannt was als nächstes passiert, dieses Jahr ist das Jahr der Erneuerung. -sem

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Proteste in Spanien Für die Regierung zeichnet sich ein Debakel ab

  1. Spanier ihr habt mein Respekt, weiter so und das nächste Europäisches Land nach Griechenland und Spanien….

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | Mai 22, 2011, 10:03 pm

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