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Politik

Tote bei Protesten in Syrien -„Lieber tot als gedemütigt“


Amman (Reuters) – In Syrien haben sich Demonstranten am Freitag vom gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte nicht von ihrem Ruf nach Reformen abbringen lassen.

Zehntausende gingen Menschenrechtlern zufolge in mehreren Städten trotz eines massiven Aufgebots der Staatsgewalt auf die Straße. Ungeachtet eines Appells der G8-Staaten, die sich bei ihrem Treffen in Deauville entsetzt äußerten, lässt Präsident Baschar al-Assad weiter auf die Bürger schießen: Sieben Demonstranten kamen Menschenrechtlern zufolge ums Leben. Den Angaben nach wurden in den vergangenen zweieinhalb Monaten mindestens 1000 Menschen getötet.

In einem Außenbezirk der Hauptstadt Damaskus riefen Tausende Demonstranten „Gott ist größer als der Unterdrücker“ und „Lieber tot als gedemütigt„. Ein Stammesführer sagte Reuters am Telefon, in Albu Kamal hätten Demonstranten Bilder von Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah verbrannt. Nasrallah hatte in Beirut seine Unterstützung für Assad bekundet und damit die Demonstranten auch gegen sich aufgebracht.

Aus Sabadani an der Grenze zum Libanon meldeten Anwohner fünf Verletzte. In der zentralsyrischen Stadt Homs waren Zeugen zufolge Schüsse zu hören, nachdem Tausende Menschen trotz eines Verbots zusammengekommen waren. Das staatliche Fernsehen berichtete, „bewaffnete Banden“ hätten neun Menschen getötet, darunter Polizisten und Zivilisten. Die Berichte konnten nicht überprüft werden. Den meisten ausländischen Journalisten ist die Einreise nach Syrien untersagt.

Die internationale Gemeinschaft bemühte sich um eine einheitliche Antwort auf das Vorgehen der Regierung, die offenbar zur gewaltsamen Niederschlagung der Proteste entschlossen ist. In einer Abschlusserklärung zum G8-Gipfel fand sich aber kein Vorschlag, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten. Frühere Entwürfe des Kommuniques hatten noch eine entsprechende Formulierung enthalten. Die sieben führenden westlichen Industrieländer und Russland forderten ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten und drohten mit „weiteren Maßnahmen“, die aber nicht näher ausgeführt wurden. Mit der vagen Formulierung wurde möglicherweise Einwänden Russlands entgegengekommen.

Auch zehn Wochen nach Ausbruch der Demonstrationen haben die Proteste offenbar keine ausreichend kritische Masse erreicht. Massenaufläufe können durch das Aufgebot der Sicherheitskräfte vielfach verhindert werden und in der Hauptstadt ist es bislang nicht zu großen Demonstrationen gekommen. Die Opposition, geschwächt durch jahrelange Unterdrückung, hat keine einheitliche Organisationsstruktur, die sich an die Spitze der Bewegung stellen könnte.

– von Khaled Yacoub Oweis

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