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Politik, Wirtschaft

Griechenland-Krise Gerüchte über deutsche Verzögerungstaktik


In Griechenland ist momentan die Hölle los. Demonstranten liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei, Papandreou stellt die Vertrauensfrage und hofft das sein Sparpaket angenommen wird. Und Deutschland-Merkel? Wie man das von ihr kennt, lässt sie das erstmal aussitzen (oh nichts neues) und erst im September darüber zu entscheiden.

Es klingt wie eine gute Idee: Deutschland will angeblich erst im September über neue Griechenland-Hilfen verhandeln, um Zeit zu gewinnen und abzuwarten, bis der Markt sich beruhigt. Doch Griechenland braucht dringend neues Geld. Ende Juni soll eigentlich die nächste Tranche des Rettungspakets fließen – und der IWF verlangt, dass die Europäer sich bis dahin einigen. Eine Verzögerung könnte fatal sein.

Griechenland kämpft an zwei Fronten. Im Land spitzt sich die politische Krise zu, Ministerpräsident Giorgos Papandreou stellt die Vertrauensfrage und auf der Straße kommt es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten. Und parallel dauern die Debatten über die internationalen Rettungsversuche für das hochverschuldete Land an. Noch gibt es keine Einigung über das weitere Vorgehen.

Violent clashes during a general strike demonstration in AthensBeim Generalstreik am Mittwoch lieferten sich Gegner der griechischen Regierung Straßenschlachten mit der Polizei. (© dpa)

Doch nun gehen die Diskussionen ums Rettungspaket in eine neue Runde. „Deutschland will Griechen-Paket erst im September“, überschrieb Reuters eine Meldung am Donnerstagmittag. Deutschland wolle angesichts des Streits über die private Gläubigerbeteiligung Zeit gewinnen und werde dabei von den Niederlanden und Finnland unterstützt, zitiert die Nachrichtenagentur einen mit „den Beratungen vertrauten EU-Diplomaten“, der gesagt habe: „Wir möchten Zeit kaufen, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen.“ Gegen den Vorschlag gebe es aber großen Widerstand.

Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass die EU-Länder nun erst einmal alle Debatten auf Eis legen und sich erst in ein paar Wochen auf das Hilfspaket verständigen. Der Markt ist bereits jetzt hypernervös, denn die Zeit drängt einfach zu sehr: Mitte Juli braucht Griechenland das nächste Mal Geld. Deshalb soll Ende Juni die nächste Tranche des von EU und Internationalem Währungsfonds gestützten Hilfpaketes fließen. Bevor aber der IWF seinen Anteil zahlt, müssen sich die Europäer auf eine gemeinsame Linie einigen. Die ungelöste Frage, in welcher Form private Gläubiger beteiligt werden, muss also dringend geklärt werden. Im September kann es allenfalls noch um die konkrete Höhe des zweiten HIlfspaketes gehen.

Zugleich ist der IWF aber durch die aktuellen Entwicklungen in Griechenland beunruhigt. „Ich bin in großer Sorge darüber, dass sich die Lage in den vergangenen 24 Stunden dramatisch verändert hat“, sagte der Sonderberater der IWF-Spitze, Zhu Min, am Donnerstag in Paris.

Er verwies darauf, dass derzeit ein Team des Fonds in Athen eine Prüfung des griechischen Sparkurses abschließe. „Mit Blick auf die Situation gibt es jedoch große Unsicherheit, und daher gehen wir die Dinge mit großer Vorsicht an und beobachten die Vorgänge sehr genau.“ Er hoffe, dass die Regierung in Athen Zustimmung für ihre Sparvorschläge finde. „Wir sind bereit, Unterstützung zu leisten“, fügte Zhu hinzu.

sueddeutsche 

Zurzeit hat Griechenland die größten finanziellen Probleme aller europäischen Länder, jedoch ziehen andere mit und solange dieser Wahn um Geld und Macht weiter seine Kreise zieht, wird sich das in Zukunft noch verschlimmern. Auf der anderen Seiten unseres Planeten sitzt der größte Schuldenmacher – die USA. Jetzt hat die Ratingagentur Feri die Stufe von „AAA“ um eine Stufe nach unten „AA“ korrigiert. Wenn das Schule macht, ist die USA demnächst Pleite. Allerdings zweifle ich an die Konsequenz vieler Länder, die USA „fallen“ zu lassen.

USA verlieren Toprating im Taunus

Der Bad Homburger Ratinggigant Feri stuft die USA herab. Jetzt dürfte der Dollar kaum mehr zu retten sein. von Heinz-Roger Dohms, Frankfurt

Der Dollar ist Mittwochmorgen gleich mal abgeschmiert – angeblich wegen der jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke. So berichteten es jedenfalls unter arroganter Ausblendung der eigentlichen Ursache die Kollegen der angelsächsischen Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg. Die eigentliche Ursache? Ist in Bad Homburg am Rande des Taunus zu suchen. Dort hat die Firma Feri ihren Sitz.

Feri? „Who the f*** is Feri?“, wird Timothy Geithner jetzt fragen, aber diese US-zentristische Ignoranz wird dem amerikanischen Finanzminister noch vergehen. Feri schickt sich nämlich an, ein Finanzbeben auszulösen. Auch wenn sich das irgendwie noch nicht ganz herumgesprochen hat (außer natürlich bei denen, die Mittwochmorgen bereits ihre Dollar-Bestände abgestoßen haben).

„Die Bad Homburger Feri Eurorating Services AG hat als erste Ratingagentur das Kreditrating für die USA von ,AAA‘ auf ,AA‘ herabgestuft.“ So lautete die Mitteilung, die Mittwochfrüh vom Taunus hinaus in die Welt ging. Inhaltlich ist die Formulierung zwar nicht ganz korrekt, schließlich haben auch schon andere Bonitätsprüfer die USA abgewertet, die chinesische Agentur Dagong zum Beispiel. Indes: Who the f*** is Dagong, diese Butze, verglichen mit Feri?

Die Homburger begründen die Herabstufung übrigens mit „hoher Staatsverschuldung, unzureichenden Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung und schwächeren Wachstumsaussichten“. Falls sich diese revolutionär neue Sichtweise an den Märkten tatsächlich durchsetzt, wird der Dollar kaum mehr zu retten sein.

Financial Times 

Update:

Sehr interessant und ich würde mich dafür auch Stark machen, dass Griechenland zur Drachme zurückkehrt. Ein Neuaufbau ist unabdingbar – Video auf Englisch:

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Griechenland-Krise Gerüchte über deutsche Verzögerungstaktik

  1. Preisfrage: Gibt es eine „Schuldenbremse“?
    Diskutieren Sie mit, aber fangen Sie erst einmal an zu denken:
    http://www.humane-wirtschaft.de/schuldenbremse-und-was-davon-zu-halten-ist/comment-page-1/

    „Ihr werdet mir tausend Fragen stellen, und nachdem ich sie alle zu eurer Zufriedenheit beantwortet habe, werdet ihr von vorne anfangen.“

    Silvio Gesell, 1929

    Es gibt Kindergarten-Diskussionen und Diskussionen für Erwachsene. Erstere beschäftigen sich mit der a priori sinnlosen Frage, ob es noch eine andere Möglichkeit für das zivilisierte Zusammenleben geben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschrieben hatte (alle „Gegenargumente“ basieren auf Vorurteilen und Denkfehlern) und die Ludwig Erhard noch nicht durchsetzen konnte, weil ihm die „katholische Soziallehre“ in die Quere kam; letztere behandeln die überaus interessante Frage, warum es Kindergarten-Diskussionen sogar noch im 21. Jahrhundert gibt (wobei die „hohe Politik“, so genannte „Wirtschaftsexperten“ und der „hohe Journalismus“ noch nicht einmal bis zum „Niveau“ der Kindergarten-Diskussionen vorgedrungen sind).

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008), aus „Profile der Zukunft“

    Für die Überwindung der „Finanzkrise“ und den anschließenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation bedarf es der „Auferstehung der Toten“. Als geistig Tote sind alle Existenzen zu bezeichnen, die vor lauter Vorurteilen nicht mehr denken können. Werden Sie lebendig: http://www.deweles.de

    Verfasst von Stefan Wehmeier | Juni 16, 2011, 4:05 pm

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