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Gesellschaft, Politik

Stuttgart 21: Aktivisten bedauern Gewalt


Stuttgart-21-Gegner bezweifeln aber, dass Schläger Polizisten schwer verletzt haben

Stuttgart – Die Gegner von Stuttgart 21 haben Gewalt bei der Besetzung der Bahnhofsbaustelle am Montagabend eingestanden und die Übergriffe bedauert. ‚Es gibt nichts zu beschönigen. Es ist Gewalt passiert, auch Gewalt gegen Menschen‘, sagte Berthold Frieß vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Freitag in Stuttgart im Namen des Aktionsbündnisses gegen den geplanten Tiefbahnhof. ‚Bei den Menschen, die zu Schaden gekommen sind, entschuldigen wir uns.‘ Auch der Sprecher der radikalen Parkschützer, Matthias von Herrmann, sagte: ‚Im Nachhinein verurteile ich die Dinge, die da passiert sind, weil wir uns klar gegen Gewalt stellen.‘ Von Herrmann hatte noch am Dienstag von ‚gelöster Feierabendstimmung‘ unter den Demonstranten gesprochen. Die Besetzung der Baustelle verteidigte er auch am Freitag weiter als ‚gute Aktion, hinter der die Parkschützer voll und ganz stehen‘. Nach Angaben der Polizei wurden am Montag neun Polizisten verletzt, die Bahn schätzt den Sachschaden auf bis zu 1,5 Millionen Euro.

Bei einer Veranstaltung im Stuttgarter Gewerkschaftshaus versuchten die Bahnhofsgegner nun, die Darstellung der Ereignisse durch die Polizei als übertrieben zu entkräften. Nach Polizei-Angaben war am Montagabend ein Zivilbeamter durch Schläge und Tritte an Kopf und Hals ’schwer verletzt‘ worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung, weil der Mann neben einer Gehirnerschütterung auch Kehlkopfprellungen erlitten haben soll, die im schlimmsten Fall zum Ersticken hätten führen können. Die Parkschützer und das Aktionsbündnis räumten ein, dass der 42-jährige Beamte nach ihrer Kenntnis ‚etwas abgekriegt‘ habe und etwa laut Aussage eines Demonstranten zu Boden gestoßen und ‚drei Mal gezielt mit der Faust ins Gesicht‘ geschlagen worden sei. Die Bahnhofsgegner bezweifeln aber die Schwere der Verletzungen und präsentierten Videos, auf denen beim Opfer keine äußeren Wunden zu erkennen sind. Die Filme zeigen, wie der mutmaßliche Zivilpolizist sich – mit Hilfe einiger Demonstranten – aus einer aufgebrachten Menge losreißt und flieht.

Ein Anwalt der Stuttgart-21-Gegner verlas zwei anonyme schriftliche Zeugenaussagen, denen zufolge der Beamte als Provokateur aufgetreten sein soll. Laut eines Zeugen soll er versucht haben, ‚lange blaue Rohre umzuwerfen und zu beschädigen‘ und umstehende Demonstranten zum Mitmachen zu animieren. Parkschützersprecher von Herrmann wollte den Vorwurf der Provokation aber nicht förmlich erheben. ‚Wir stellen nur Fragen‘, sagte er. Mit weiteren Zeugen zogen die Bahnhofsgegner in Zweifel, dass acht Polizisten durch die Explosion eines Sprengsatzes ein Knalltrauma zugefügt wurde. Die Zeugen sagten im Stuttgarter Gewerkschaftshaus, dass sie näher zu dem Knallkörper gestanden haben als die angeblich betroffenen Beamten – und keine Schäden davongetragen hätten. Von Herrmann sagte, nach Informationen der Parkschützer habe es sich nicht – wie von der Polizei angegeben – um eine selbstgebaute Sprengladung gehandelt, sondern um einen ‚handelsüblichen China-Böller‘. Sueddeutsche

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