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Forschung, Gesellschaft, Wirtschaft

Deutsche immer unzufriedener mit ihrer Arbeit


Immer höher immer weiter, mehr Arbeit dafür weniger Entlohnung. Die Belastung steigt ohne einen realen Gegenwert. Kein Wunder also das die Deutschen keine Lust mehr haben für einige wenige die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Die Arbeitgeber reizen das ja aus – ja solange bis die Bombe platzt. Dann aber richtig. Selbst bei der Entlohnung der Geschlechter hat sich immer noch nicht viel getan. Für die gleiche Arbeit werden Frauen und Männer unterschiedlich bewertet und entsprechend erhalten Frauen weniger Lohn. Hinzu kommt noch, dass die Bildung eine entscheidende Rolle bei der Ausübung eines Berufs spielt. Höher gebildete sind meist zufriedener in ihrem Berufsleben. Der Schlüssel ist aber nicht nur die Bildung, sondern die Position (resp. Arbeitsplatz) den man in ein Unternehmen zugeteilt bekommt. So gesehen erleiden die Menschen mit keinem oder nur geringem Bildungsabschluss einen Arbeitsplatz wo Monotonie und eine wesentlich höhere Belastung den menschlichen Körper schneller verschleißen lässt. Weiterhin werden auch Menschen mit niedrigem Berufseinstieg nicht für einen Aufstieg in der eigenen Firma geplant obwohl sie im Laufe der Jahre, Kenntnisse erlangen die denen einer Fachkraft in nichts nachstehen.

Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Arbeit hat sich in den vergangenen 25 Jahren erheblich verschlechtert. Bewerteten sie 1984 ihre Arbeitszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 noch mit 7,6 Punkten, so reduzierte sich dieser Wert bis 2009 auf 6,8 Punkte, ergab eine Studie der Universität Duisburg-Essen. Eine weitere Studie ergab, dass die Zufriedenheit stark vom Einkommen abhängt.

Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland in der Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation damit weit hinten auf Rang 18, nur in den ehemaligen Ostblock-Staaten Slowakei, Ukraine, Bulgarien und Russland sind die Arbeitnehmer demnach noch unzufriedener. Die Ursachen für die abnehmende Zufriedenheit sind nach Einschätzung der Wissenschaftler eine zunehmende Arbeitsbelastung, Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringe Lohnsteigerungen und wachsende Unsicherheit über die berufliche Zukunft. Besonders auffällig ist der Studie zufolge, dass sich bei den älteren Arbeitnehmern über 50 Jahren die Einschätzung komplett gedreht hat: Mitte der 80er Jahre verzeichneten sie demnach mit 7,9 Punkten die höchsten Zufriedenheitswerte aller Altersgruppen. 2009 lagen sie mit nun noch 6,6 Punkten sogar unter dem Durchschnitt. Außerdem habe sich gezeigt, dass Menschen mit einer höheren Bildung in ihrer Arbeitssituation generell glücklicher sind als Beschäftigte mit niedrigen Bildungsabschlüssen.

Und während ostdeutsche Arbeitnehmer lange unzufriedener waren als ihre westdeutschen Kollegen, glichen sich diese Unterschiede in den vergangenen Jahren an. Die Duisburger Wissenschaftler werteten für ihre Studie unter anderem das sogenannte Sozio-oekonomische Panel (SOEP) aus, für das jedes Jahr etwa 20.000 Menschen Fragen zur Zufriedenheit mit ihrem Job, ihrer finanziellen Situation, aber auch anderen Aspekten wie etwa dem Bildungsstand beantworteten. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft veröffentlichte am Dienstag ebenfalls eine Studie auf Grundlage des SOEP.

Diese untersuchte den Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Einkommen. Demnach ist die Hälfte der Beschäftigten aus dem obersten Fünftel der Einkommen sehr zufrieden mit dem Job. Mit dem Sinken des Einkommens nimmt die Zufriedenheit aber ab – im unteren Einkommensfünftel sind nur noch 38 Prozent der Menschen sehr zufrieden. Auf der anderen Seite sind von den Reichen nur zwei Prozent nicht mit ihrem Job zufrieden, von den Einkommensschwachen aber sieben Prozent. Wie das IW weiter ermittelte, ist besonders in der Gruppe der Auszubildenden die Zufriedenheit stark ausgeprägt. Hier zeigten sich 57 Prozent sehr zufrieden – bei den geringfügig Beschäftigten waren es nur 40 Prozent. Auch bei den Selbstständigen ist mit einem Anteil von 52 Prozent mehr als die Hälfte sehr zufrieden. Bemerkenswert ist zudem, dass Angestellte mit einem Teilzeitjob zufriedener sind als Angestellte mit einer Vollzeit-Stelle.

Quelle: Yahoo Nachrichten

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Deutsche immer unzufriedener mit ihrer Arbeit

  1. Ich werde jetzt keinen Link vom FIWUS einstellen, aber was ich inzwischen vom deutschen Arbeitnehmer halte, habe ich schon mehr als einmal veröffentlicht.

    Angst war schon immer der schlechteste Berater, und wer nur noch aus Angst reagiert und nicht agiert, dem ist nicht zu helfen. Den Arsch in der Hose bekommt man nicht von Geburt mitgegeben, den muss man sich antrainieren.

    Verfasst von AlterKnacker | August 2, 2011, 1:27 pm

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