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Datenschutz, Netzwelt

Klarnamenzwang Google+ gewährt vier Tage Reaktionszeit


Ich frage mich ernsthaft wie ein Dienst das gerade erst das Licht im Internet erblickt hat, mit solchen Forderungen überhaupt die Legitimität der Nutzer erlangt. Um diese Frage weiterzuführen, warum Nutzer sich darauf einlassen und diesen Dienst weiter verwenden wird wohl ein persönliches Geheimnis bleiben.

Was kann im schlimmsten Fall bei Verwendung von Realnamen passieren?

Ein Dienst wie Google+ hat großes Interesse daran, Geld zu verdienen. Analog dazu will Google damit einen direkten Vergleich ( Konkurrenz) mit Facebook erreichen. Was bei Facebook passiert ist, dass Inhalte wie Bilder, persönliche Fotos oder Texte uneingeschränkt für ihre Werbe- und Industriepartner zur Verfügung gestellt werden. Hier können sich also Unternehmen ihre Lieblingsinhalte herausfischen und für teures Geld weiterverkaufen.

Angreifbar: Nicht nur Verfolgungsbehörden haben leichtes Spiel wenn mit Realnamen ein soziales Netzwerk betrieben wird. Ein falsches Wort oder ein unangebrachter Link kann zur Klage und letztendlich zu einem Abmahnanwalt führen. Das kann richtig teuer werden, denn wir alle wissen, dass irgendwann Meinungsverschiedenheiten auftauchen. Aber auch ein unbürgerlegt verfasster Text kann schon die Gier dieser Anwälte anlocken. Es wird also verstärkt in so einem Dienst nach kritischen Nutzern gesucht und da die Realnamen hinterlegt sind, benötigt man nicht einmal die Nachverfolgung von IP-Adressen.

Denkfehler: Man glaubt in einem sozialem (angemeldeten) Netzwerk wo man nur seinen Freundenkreis für die direkte Kommunikation zugelassen hat, dass man so unbedarft alle Informationen preisgeben darf. Das passiert nicht einmal bewusst, in einer Diskussion kann schon mal der Denkprozess abschalten und schon ist die Handy-Nummer oder andere Daten im geposteten Beitrag zu sehen. Man vergisst dabei aber, dass Google nicht so groß geworden ist weil es sehr Nett zu den Nutzern war. Fakt ist, dass jedes Bit das gefüllt wird auch in Logs und anderen Diensten für die Nachverfolgung (z.B. wegen Verletzung der Nutzungsbedingungen) gespeichert wird.

Global: Für Phisher (Datenklauer) und Trojaner-Verbreiter sind Realnamen ein willkommenes Geschenk. Das Spiel mit geklauten Daten wird leichter, wenn man die Realnamen bereits hat. Und wir wissen aus der Vergangenheit, dass ein gestohlenes Passwort bereits für ein Sperrung zu spät sein kann. Zusammen mit den in der Kommunikation gefundenen Einträgen die ja auch persönliche Inhalte beinhalten kann man sehr schnell ein Profil erstellen das man für kriminelle Machenschaften ausnützen kann. Als US-Dienste-Anbieter unterliegt Google der amerikanischen Gesetzgebung. Wie wir oft in der Vergangenheit lesen konnten, lässt sich das FBI nicht Lumpen um die Datenherausgabe zu erzwingen. Paypal lässt grüßen.

In der Regel kann man sich mit seinem bereits bestehen Google-Konto Anmelden. Sind aber in diesem Konto die Realdaten nicht zu finden erhält man von Google einen Hinweis zu Änderung der Daten. Dafür erhält man vier Tage Zeit. Auch wenn Google im nachfolgendem Artikel darauf hinweist, dass die persönlichen Daten beim löschen des Kontos heruntergeladen und danach gelöscht werden. So muss man sich klar vor Augen führen, dass ein Dienst wie Google nicht aus Luft und Liebe besteht. Man plant nicht so etwas großes, wenn man damit nicht wachsen will. Der Dienst ist noch  im Aufbaustadium für die Anmeldung bzw. Registrierung wir lediglich die Email-Adresse benötigt um sich zu legitimieren.

Der Unterschied zwischen Realnamen – Klarnamen – Nickname = Verwirrung

Tatsächlich besteht hier kein Unterschied, in beiden Fällen handelt es sich um den bürgerlichen Namen den man Zeit seines Lebens mit sich trägt. Im Gegensatz dazu ist ein Nickname ein kurzer Name wie z.B. WTF oder AnusHere das mit den Realnamen keine Gemeinsamkeiten haben muss. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr auf Wikipedia

Google – Nutzungsbedingungen (Auszug)

2. Ihr Google-Konto

Für die Nutzung einiger Dienste benötigen Sie ein Google-Konto. Um sich für ein Google-Konto zu registrieren, benötigen Sie eventuell einen Nutzernamen, eine eigene Emailadresse und ein Passwort. Wenn Sie sich für einen Dienst registrieren, ist es wichtig, dass Sie Google richtige und vollständige Angaben machen, z. B. damit wir Sie im Einzelfall per Email kontaktieren können. Die Nutzung der Dienste ist auch unter einem Pseudonym möglich.

5. Inhalte in den Diensten

Indem Sie urheberrechtlich oder sonst rechtlich geschützte Inhalte wie beispielsweise Texte, Bilder, Videos, Audiofiles oder Computersoftware in einen bestimmten Dienst einstellen, räumen Sie dadurch Google und den zur Google Gruppe gehörenden Unternehmen sowie den Vertragspartnern von Google die notwendigen, nicht-ausschließlichen und weltweiten, zeitlich unbegrenzten Rechte ein, diese Inhalte ausschließlich zum Zweck der Erbringung des jeweiligen Dienstes und lediglich in dem dafür nötigen Umfang zu nutzen. Damit Google den jeweiligen Dienst anbieten kann, müssen die Inhalte zum Beispiel gespeichert und auf Servern gehostet werden. Das Nutzungsrecht umfasst daher insbesondere das Recht, die Inhalte technisch zu vervielfältigen.

In einigen der Dienste können Werbeanzeigen eingeblendet werden. Diese sind in der Regel auf die angezeigten Inhalte oder auf Suchanfragen, die Sie über die Dienste stellen, oder auf sonstige verwendete Inhalte zugeschnitten.

6. Rechte von Google

Falls die Nutzung eines bestimmten Dienstes eine Software erfordert, die Sie auf Ihrem Rechner installieren müssen, kann diese Software Aktualisierungen unterliegen. Sie müssen diesen Aktualisierungen zustimmen, um die Nutzung der Dienste fortsetzen zu können. Für die Nutzung der Software selbst können zusätzliche Nutzungsbedingungen oder andere Regelungen gelten.

8. Änderungen dieser Nutzungsbedingungen

Wenn Sie mit den geänderten Bedingungen nicht einverstanden sind, müssen Sie die Nutzung der Dienste einstellen. Google behält sich zudem vor, Sie in diesem Fall von der Nutzung einzelner oder aller Dienste auszuschließen.

http://www.google.com/accounts/TOS?hl=de

Hier ein Auszug der Inhalte im Chat:

Auszug aus den im Chat angebotenen Themen.

Profilseite mit allen aktuellen Google+ Angeboten und weitere Einstellungen

Wie beschrieben ist der Dienst noch im Aufbau aber beeindruckt bin ich bisher noch nicht. Ich lasse mein „neues“ Konto eine Weile laufen um mehr Informationen zu sammeln – LOL

Thema: http://www.google.com/intl/de_ALL/+/learnmore/

Google+ gewährt vier Tage Reaktionszeit

Google+ sperrt Nutzer nicht mehr sofort, wenn sie gegen die Namensrichtlinien verstoßen. Sie erhalten vier Tage Zeit, um das Problem zu beheben. Dabei besteht Google weiterhin auf Realnamen.

Mit Google+ sollen sich Menschen wie im wahren Leben verbinden und dazu gehört für Google auch der reale Name. Nutzer, die stattdessen ein Pseudonym verwenden, riskieren eine Sperrung ihres Google-Profils. Wurden die Profile bisher ohne Vorwarnung gesperrt, so gewährt Google ab sofort vier Tage Reaktionszeit, wie Saurabh Sharma, Produktmanager im Google+-Team, verkündet.

Weiterlesen…

Diskussionen

2 Gedanken zu “Klarnamenzwang Google+ gewährt vier Tage Reaktionszeit

  1. Zu „warum Nutzer sich darauf einlassen“:
    Aus Denkfaulheit (Bequemlichkeit, Willensschwäche, Geistesträgheit, Dumpfheit, freiwilliger Unmündigkeit)

    Natürlich braucht man sich über die Verwendung seines amtlichen Namens keine Sorgen machen, wenn man immer die ausreichend angepasste politische Einstellung hat. Zum Beispiel so wie die deutsche, gelernte Kommunistin, Wendehälsin und Führerin Angela Merkel.

    Wir schreiben heute das Jahr 2013. Auf der Spitze des Eisbergs erschien ein Herr Snowden, enthüllte Praktiken welche elementare Grundrechte verletzen und den schweren Vertrauensbruch eines angeblich Verbündeten offenlegen. Und er wird als Dank dafür den Tätern ohne Asyl vogelfrei zum Abschuss freigegeben.
    Man braucht politische Einstellungen nicht verbieten um aus einer Scheindemokratie eine De-Facto-Diktatur zu machen.

    Verfasst von menschlich korrekt | Juli 7, 2013, 2:03 pm
  2. Big Broth Google+ ist da genauso wie FB, da mache ich mir nix vor. Kriminell bin ich nicht. Meine Politische Einstellung ist noch nicht verboten in Deutschland. Die US-Regierung ist über´m Teich. Mit diesen Worten werden sich viele ein Account bei Google+ geholt haben. Ich bin bewusst mit meinem richtigen Namen im Internet dabei und das von beginn an.

    Verfasst von Giuseppe Cavaleri | August 12, 2011, 8:42 pm

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